Experten-Interview: Dividenden-Strategie als Alternative zu Anlagen im Nullzinsbereich

Thomas Timmermann, Vorsitzender des Verwaltungsrates der CFS (Commerz Fund Solutions) im Interview über die Besonderheiten der ComStage Alpha Dividenden Strategien

Warum macht es aus Ihrer Sicht gerade jetzt Sinn, in Dividenden-Strategien zu investieren?

Timmermann: Sparen ist in Deutschland immer noch sehr beliebt. Bei fast null Zinsen für sichere kurzfristige Anlagen und mancherorts stark gestiegenen Immobilienpreisen führt kein Weg an der Aktie vorbei. Dividenden-Strategien bieten eine attraktive Dividenden-Rendite von z.B. 3,5%. Das aktienspezifische Kursrisiko kann durch Streuung gesenkt werden. Insofern bieten Dividenden-Strategien eine Alternative zur schleichenden Geldentwertung bei Anlagen im Nullzinsbereich.

 

Seit Juli 2008 ist Thomas Timmermann Vorsitzender des Verwaltungsrates der Commerz Funds Solutions S. A. in Luxemburg.

 

Was ist das Besondere an den ComStage Alpha Dividenden Strategien? Wie grenzen sich die Alpha Strategien von den anderen Strategien im Markt ab?

Timmermann: Wir selektieren die Aktien nach einem quantitativen Selektionsprozess. Das Modell hierfür ist schon viele Jahre erprobt: Zu risikoreiche oder zu hoch bewertete Aktien werden beispielsweise im Vorfeld eliminiert und kommen erst gar nicht in den Auswahlprozess der Aktien mit den attraktivsten Dividenden.

 

Nach welchen Auswahlkriterien ist das Portfolio zusammengestellt?

Timmermann: Die quantitative Aktienselektion berücksichtigt die Faktoren Liquidität, Momentum, Bewertung, Volatilität und erwartete Dividendenrendite. Das Aktienuniversum wird sukzessive um kritische Aktien bereinigt und im finalen Schritt die erwartete Dividendenrendite maximiert. Empirische Analysen haben gezeigt, dass Ausschüttungen mittelfristig rund 40% zur Gesamtperformance der Aktienanlage beitragen können. Der Selektionsprozess wird vierteljährlich wiederholt und das Portfolio entsprechend angepasst. 

ETFs sind ja per se passive Anlageinstrumente. Was bedeutet jetzt „aktiv gemanagt“?

Der aktive Teil bei den ComStage Alpha Dividenden Plus ETFs liegt vor allen Dingen in der Absicherungsstrategie. Sie steuert am Ende die Exponierung zum Markt - also wieviel des Portfolios dem vollen Marktrisiko ausgesetzt ist.

 

Warum braucht es eine gesonderte Absicherungsstrategie und wie funktioniert sie?

Timmermann: Fast alle regelbasierten Absicherungsmodelle haben nicht das gewünschte Ziel erreicht. Jeder Abschwung an den Märkten läuft anders als der vorherige und bedarf einer fortwährenden Beobachtung. Bei statischen Absicherungskosten eines Portfolios zwischen 5 bis 10% pro Jahr kostet eine Absicherung - auch wenn gerade sie nicht gebraucht wird - viel Geld. Durch eine aktive Absicherungsstrategie, die sich nach der aktuellen fundamentalen und technischen Markteinschätzung richtet, soll das Ziel erreicht werden, langfristig nach Kosten einen deutlichen Mehrertrag im Vergleich zur Direktanlage zu erwirtschaften.

 

Für welche Anlageziele und Anlegergruppen eignen sich die Produkte?

Timmermann: Die beiden ETFs sind für Aktienanleger gedacht, die gerne in dividendenstarke Werte investieren und das Risikomanagement der Aktienanlage nicht selbst übernehmen möchten. Sie bieten auch eine Alternative für Anleger, die es gewohnt sind, jährlich Ausschüttungen zu erhalten, diese aber zurzeit wegen der Zinsflaute kaum erzielen können. Dabei sollte man das mit Aktien zusätzlich gegebene Kursrisiko nie unterschätzen…aber zur Linderung bieten die ETFs ja zusätzlich die aktive Absicherungsstrategie.