Experten-Interview: Mehr Rendite in weniger effizienten Märkten

Kroatien, aber auch die Nachbarländer wie Slowenien, Österreich, Ungarn und Rumänien stehen im Fokus des offenen Ucits-Aktienfonds Capital Breeder. Im Interview erläutert Ivan Beljan, Head of Front Office der kroatischen Fondsgesellschaft Global Invest, die Investmentphilosophie und beschreibt, warum sich der Fonds als attraktive Beimischung eignet.

Ihr Fonds, der Capital Breeder Fund, konzentriert sich auf die Investitionsregionen Kroatien, Slowenien und Rumänien. Warum sollten Investoren dort investieren?

Beljan: Unser Hauptaugenmerk liegt auf Kroatien, das unser Heimatmarkt ist. Wir haben ein sehr gutes Verständnis für fast alle börsennotierten Unternehmen sowie für die makroökonomischen Faktoren in Kroatien, was es uns ermöglicht, hohe Überzeugungspicks zu finden. Wenn wir nicht genügend gute Investitionsmöglichkeiten in Kroatien finden, ist es unsere Strategie, in den Nachbarländern wie Slowenien, Österreich, Ungarn, Rumänien nach interessanten Unternehmen zu schauen. Derzeit sind Slowenien und Rumänien nach den Bewertungsprinzipien die attraktivsten Märkte in der Region.

 

Worin besteht der Unterschied zwischen den dortigen Aktienmärkten und den etablierten Märkten wie Deutschland, Frankreich oder Großbritannien? 

Beljan: Etablierte Märkte sind in gewisser Weise effizienter, es gibt mehr Institutionen oder intelligentere Leute, wenn Sie im Wettbewerb stehen - was es viel schwieriger macht, von der Bottom-up-Aktienauswahl zu profitieren. Märkte wie Kroatien oder Slowenien sind vergleichsweise weniger effizient und bieten Anlegern nahezu freie Marktsituationen.

 

Die Weltwirtschaft schwächt sich ab. Kann sich die Region Mittel- und Südosteuropa davon abkoppeln? Was sind die positiven Treiber für weiteres Wachstum? 

Beljan: Alle drei Länder, auf die wir uns derzeit konzentrieren, Kroatien, Slowenien und Rumänien sind Mitglieder der EU und eng mit den westeuropäischen Volkswirtschaften verbunden. Wir gehen nicht davon aus, dass sich diese Volkswirtschaften entkoppeln werden, aber wir erwarten, dass sich einzelne Aktien, die wir auf der Grundlage von Bewertungs- und Qualitätsfaktoren ausgewählt werden, im Abschwung besser entwickeln werden.

 

Wie lautet Ihre Anlagephilosophie? Wie wählen Sie die Portfoliopositionen aus?

Beljan: Unsere Philosophie ist es, Unternehmen unter ihrem inneren Wert zu kaufen und von besonderen Situationen zu profitieren, die von den Marktteilnehmern nicht erkannt werden. Die Philosophie folgt den Bewertungsgrundsätzen von Graham und Buffett, die unserer Meinung nach besonders auf weniger effizienten Märkten, wie denen in unserer Region anwendbar sind. Diese Philosophie hat es uns ermöglicht, sehr hohe Renditen bei sehr geringer Volatilität zu erzielen.

 

Welche Branchen halten Sie derzeit für besonders attraktiv?

Beljan: Wie bereits erwähnt, sind wir bottum up fokussiert, und das Portfolio beinhaltet eine Vielzahl von Sondersituationen. Die Einordnung nach Sektoren ist für uns nicht entscheidend, aber wir sind auf breiter Front diversifiziert, dazu gehört vor allem Gastronomie und Immobilien in Kroatien, Finanzwesen in Slowenien und Versorgungsunternehmen in Rumänien.