EZB: Leitzins bleibt vorerst bei null Prozent

Die Europäische Zentralbank möchte wieder für Normalität an den Geldmärkten sorgen. Es gibt erste Anzeichen, dass es zu einer Beendigung der von ihr monatlich getätigten Anleihekäufe kommt. Jedoch fehlt hierzu noch der formelle Beschluss durch die Banker. Es dauert also noch, bis es wieder zu einem Zinsanstieg kommt, der dazu führt, dass Anleger sich über höhere Gewinne freuen dürfen.

Bis zum Ende des Jahres möchte das für die europäische Geldpolitik verantwortliche Bankhaus die Käufe von Staatsanleihen beenden, welche in den letzten Jahren zur Stützung der Konjunktur stattfanden. Diese Informationen gelangen an die Öffentlichkeit, wobei es noch keine unterschriebenen Dokumente gibt, die diesen Willen bekräftigen. Doch erste Anzeichen deuten darauf hin, dass es zu einem Wandel in der Einstellung kommt. Im Oktober kam es nur noch zu einem Erwerb von Papieren in Höhe von 15 Milliarden Euro. Somit ist es zu einer Halbierung der Ausgaben für diese Maßnahme im Vergleich zum Vormonat gekommen. Zu den größten Kritikern dieser Maßnahmen gehört noch immer die Bundesrepublik Deutschland. Besonders der ehemalige Finanzminister Schäuble war strikt gegen eine solche Vorgehensweise.

Doch wenn es hier zu einer Veränderung kommt, dann fällt diese sanft aus. Nur auf diesem Weg kommt es zu keinen Erschütterungen und Verwerfungen an den Finanzmärkten. So bleibt beispielsweise der Leitzins unverändert bei null Prozent. Das bedeutet für Banken, dass sie bei beim zentralen Geldorgan Finanzmittel bekommen, ohne dass es zu weiteren Belastungen durch das Ausleihen kommt.
Die Zinspolitik ist ein weiterer Aspekt, mit der sich die Währungshüter befassen müssen. Hier sehen die Fachleute Indizien dafür, dass es mindesten bis zum Herbst nächsten Jahres dauert, bis es auf diesem Sektor zu Veränderungen kommt. Der Rat der EZB traf dazu eindeutige Aussagen. Aus diesen gehen hervor, dass eine Wende vor dem Sommer 2019 äußerst unwahrscheinlich ist. Das bedeutet gleichzeitig, dass ein neuer EZB-Chef sich dieser Maßnahmen annehmen muss, da der Vertrag des jetzigen Vorsitzenden, Mario Draghi, im Oktober 2019 nach acht Jahren ausläuft. 


Weiter ist von Sparern Geduld gefragt

Zuerst gehen Beobachter davon aus, dass es nicht zu einer direkten Erhöhung des Leitzinses kommt. Eine andere Maßnahme scheint daher eher möglich. So ist eine Verringerung oder die Abschaffung der Strafzinsen der erste Schritt, der logisch ist. Derzeit müssen Banken diese Gebühren entrichten, wenn sie ihr Geld nicht den Kunden zur Verfügung stellen. Derzeit liegt dieser Satz bei 0,4 Prozent.
Eine Erhöhung des Leitzinses ist noch nicht genau absehbar. Hierfür ist die allgemeine wirtschaftliche Lage verantwortlich. Der Hauptaspekt ist dabei die Teuerungsrate. Diese lag im September bei 2,1 Prozent und damit genau im Rahmen der Vorstellungen der Verantwortlichen. Es kommt daher zu geringen Erträgen auf den Konten, doch Kredite sind daher günstig. So können sich Privatleute ohne große Schwierigkeiten mit externen Mitteln versorgen und dadurch Investitionen tätigen. Der Bau eines Hauses oder der Wagenkauf ist daher einfacher zu stemmen. Folgerichtig ist damit eine zu Ankurbelung der Kaufbereitschaft bei den Konsumenten verbunden, was sich auf die Firmen und Anbieter positiv auswirkt. Diese haben dadurch volle Auftragsbücher und können ausgezeichnete Bilanzen vorweisen.