Facebook trumpft mitten im Datenskandal mit kräftigen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn auf

Neuer Quartalsbericht: 64 Prozent Gewinnsteigerung

Mehrmals hatte der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg behauptet, der Datenskandal werde dem sozialen Netzwerk nicht schaden. Nun kann er das auch mit Zahlen beweisen. Nach Börsenschluss wurde am Mittwoch der Quartalsbericht der letzten drei Monate vorgelegt. Wie sich herausstellt, konnte Facebook seine Umsätze steigern und auch neue Nutzer dazugewinnen. Und übertraf dabei die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz erhöhte sich um 49 Prozent und lagt im letzten Quartal bei 12 Milliarden Dollar. Analysten gingen von einem Umsatz von 11,4 Milliarden Dollar aus. Der Nettogewinn konnte sich um 63 Prozent verbessern und lag insgesamt bei 5 Milliarden Dollar. Die Aktie verbesserte sich um 34 Cent und ist nun 1,69 Dollar wert.


Steigende Nutzerzahlen

Einer der Gründe für den gesteigerten Umsatz lässt sich in der wachsenden Nutzerzahl finden. Zuvor lag die Anzahl der Menschen, die Facebook mindestens einmal pro Monat aufriefen, im Vorjahr bei 2,13 Milliarden. Im vergangenen Quartal betrug diese Zahl 2,20 Milliarden. Von diesen logten sich 1,45 Milliarden täglich ein. Daran änderte sich seit mehreren Quartalen nichts. Was sich verändert hat, sind die Nutzerzahlen weltweit. Sogar aus den USA und Kanada, in denen die Nutzerzahlen zeitweilig rückläufig waren, gab es wieder Zuwachs. Und diese Nutzerzahlen sind wichtig für Facebooks Werbekunden. Aus den Anzeigen bezieht das soziale Netzwerk die meisten seiner Umsätze. Diese wuchsen im letzten Quartal sogar um 50 Prozent, besonders bei den Mobilgeräten. Hier sorgten die Smartphones für 91 Prozent der gesamten Werbeeinnahmen.


Datenskandal hat keine Auswirkungen

Dass der Datenskandal der letzten Wochen, in denen herauskam, dass Nutzerdaten an das Unternehmen Cambridge Analytica weitergegeben und von diesem ausgewertet wurden, auf das letzte Quartal einen Einfluss haben würde, wurde sowieso nicht erwartet. Der Skandal trat erst am Ende März auf. Gleichzeitig hatte Facebook immer wieder darauf hingewiesen, dass trotz heftiger Kritik und Aufrufe zum Boykott der Plattform ein Nutzerrückgang sich nicht einstellte.


Das böse Erwachen kommt vielleicht noch

In den USA sind die Androhungen von stärkeren Regulierungen trotzdem nicht vom Tisch. Und es folgt noch die Entwicklerkonferenz F8 in San José, bei der Facebook zeigen wird, ob es ein Umdenken bezüglich der Daten geben wird. Und da wäre noch die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Durch die Umsetzung der neuen Datenschutzrichtlinien könnten die monatlichen und täglichen Facebook-Besuche in Europa leicht zurückgehen.