Familienstiftung und Vermögensverwaltung: Kontinuität wahren

Ob Unternehmen oder Investment-Portfolio: Vermögenswerte bleiben im Schoße einer Familienstiftung beieinander und können langfristig gemanagt und weiterentwickelt werden.

Für Vermögensverwalter ist die langfristige Ausrichtung ihrer Tätigkeit ein entscheidendes Kriterium. Über die Jahrzehnte hinweg können sie ihre Vermögensverwaltungsstrategie am besten entfalten und damit optimale Ergebnisse erzielen. Zudem steht die generationenübergreifende Betreuung in allen Vermögensangelegenheiten für viele Vermögensverwalter im Fokus: Aus der Nachfolgeplanung erwächst die Anlagestrategie für die Kinder und Kindeskinder des ursprünglichen Vermögensinhabers.

„Kontinuität ist für den Vermögensinhaber wie den Asset Manager der ideale Zustand, der in der Realität jedoch oftmals nicht verwirklicht ist. Denn mit dem Vermögensübergang auf der privaten Ebene kommt es häufig auch zu einer Veränderung in der Anlagestruktur und der Zusammensetzung der Berater. Es besteht zudem das Risiko eines Auseinanderbrechens des Vermögens, wenn beispielsweise mehrere Zweige erben“, sagt der Stiftungsexperte Thorsten Klinkner von den UnternehmerKompositionen aus Meerbusch bei Düsseldorf. Das führe dann häufig auch zum Verlust des Mandats – aber durch eine Familienstiftung könne sinnvoll geregelt werden, dass die Kontinuität in der Vermögensverwaltung gewahrt werde.

Stiftungssatzung ist bindend

Der Hintergrund: In die Familienstiftung werden Vermögenswerte eingebracht und vor unbefugtem Zugriff und Zersplitterung geschützt. Ebenso wird der Umgang mit den Vermögenswerten festgelegt, dazu dient die Stiftungssatzung. Diese Satzung ist bindend und forciert das Ziel eines Vermögensinhabers, ein Vermögen frei von externen und internen Einflüssen zu erhalten und die Vermögenssubstanz zu bewahren. „Der Stifter kann auch festlegen, in welcher Art und Weise das Vermögen bewirtschaftet werden soll – und von wem“, betont Thorsten Klinkner.

Die Familie wird in diesem Konstrukt aus den Gewinnen der Vermögensverwaltung versorgt, und das steuerlich begünstigt. Es bestehen interessante einkommenssteuerliche Vorteile bei der Behandlung der Erträge, die je nach Form in der Vermögensverwaltung der Stiftung nur der Körperschaftsteuer und bei Auszahlung von Zuwendungen der Kapitalertragsteuer unterliegen, aber nicht dem individuellen Steuersatz der Empfänger.

Als professionelles Vehikel nutzen

Noch wichtiger für Vermögensverwalter und Honorarberater: Die Familienstiftung lässt sich als professionelles Vehikel für die Vermögensverwaltung nutzen. Und zwar gerade deshalb, weil die Familienstiftung einen sicheren Hafen für ein Vermögen bildet und somit die Basis für ein langfristig angelegtes Asset Management schafft. Immobilien und unternehmerische Beteiligungen lassen sich über die Familienstiftung finanzieren und bewirtschaften, Ausschüttungsmodalitäten können optimiert werden, und eine Zersplitterung des Vermögens und eine damit einhergehende Schädigung der Substanz wird durch die juristische Verfasstheit der Familienstiftung verhindert: Ob Unternehmen oder Investment-Portfolio, die Werte bleiben im Schoße der Stiftung beieinander und können langfristig gemanagt und weiterentwickelt werden.

„Die Praxis zeigt, dass Vermögensverwalter ihren Mandanten den Nutzen der Familienstiftung im konkreten Fall aufzeigen können. Damit schaffen sie erhebliche Mehrwerte für alle Beteiligten: Durch die Familienstiftung schaffen Finanzberater und Portfolio-Manager eine Möglichkeit für den dauerhaften Erhalt der Vermögenswerte und bieten damit eine Alternative in der vielfach geforderten Asset Protection, also dem Vermögensschutz“, sagt Thorsten Klinkner. Zugleich versetzten sie sich selbst in die Lage, innerhalb eines stabilen Rahmens als Berater und Verwalter tätig zu werden.