Family Offices bringen Nachhaltigkeit voran

Es verwundert nicht, dass Anbieter von Family Office-Dienstleistungen ihre Leistungen mehr und mehr nachhaltig ausrichten. Sie können damit zur Verbesserung des Rendite-Risiko-Verhältnisses beitragen und entsprechen den Bedürfnissen der vermögenden Kundschaft.

Die Mandanten von Family Offices sind anspruchsvoll. Sie verfügen regelmäßig über hohe Vermögenswerte, sind oftmals international gut vernetzt und haben bestimmte Vorstellungen hinsichtlich Geldanlage und dem allgemeinen (unternehmerischen) Handeln und Tun. Dazu gehört auch immer öfter die Nachhaltigkeit, die längst keine Worthülse oder Marketingschlagwort ist. Über die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) interessieren sich inzwischen stark für das Thema Nachhaltigkeit. Das geht aus einer aktuellen Umfrage („Spotlight: Nachhaltiger Konsum“) der GroupM-Forschungsunit M Science hervor.

Das ist auch für Unternehmen wichtig, denn Nachhaltigkeit schafft Umsatz. So hat die Unternehmensberatung Boston Consulting Group beispielsweise festgestellt, dass Zusammenhänge zwischen dem sozialen und ökologischen Profil und der wirtschaftlichen Leistung von Unternehmen bestehen. Die Integration sozialer und ökologischer Tätigkeiten in die Unternehmensstrategie könne beispielsweise Türen zu neuen Märkten öffnen – in Kombination mit anderen Faktoren führe dies dazu, dass bei Unternehmen mit CSR- und Nachhaltigkeitsstrategie unter sonst gleichen Marktbedingungen höhere Gewinnmargen festzustellen seien. Unternehmen, die Nachhaltigkeitsaspekte in ihre Unternehmensstrategie integriert hatten, schnitten laut der Studie im direkten Vergleich der wirtschaftlichen Leistung besser ab als die Konkurrenz.


Vermögensanlage über Generationen

Da verwundert es nicht, dass auch Anbieter von Family Office-Dienstleistungen ihre Leistungen mehr und mehr nachhaltig ausrichten. Das gilt fürs Asset Management, das gilt für andere Dienstleistungen. „Unsere Mandanten denken und handeln in ihrer Vermögensanlage über Generationen. Nachhaltigkeit ist deswegen für uns mehr als nur ein Trend: es ist eine Überzeugung. Die Betreuung großer und komplexer Vermögen unter Berücksichtigung nachhaltiger Grundsätze hat bei uns eine lange Tradition. Wir verfügen daher über ein profundes Wissen und Netzwerk rund um Nachhaltigkeitsthemen“, heißt es beispielsweise bei Deutsche Oppenheim Family Office, einem der größten Family Office-Anbieter in Deutschland.

Ein Beispiel dafür ist der Investmentfonds „FOS Rendite und Nachhaltigkeit“ (Fondsvolumen: mehr als 930 Millionen Euro). Er bietet der wachsenden Zahl ökologisch und sozial orientierter Anleger eine komfortable und werthaltig ausgerichtete Investmentlösung, so Deutsche Oppenheim Family Office. Das Fondsmanagement folgt einem zweistufigen Verfahren: Alle Anlageoptionen aus den unterschiedlichen Assetklassen müssen zunächst den Investitionsprozess der Einheit durchlaufen, bevor sie in einem zweiten Schritt anhand klar definierter und transparenter Nachhaltigkeitskriterien geprüft werden. Erst dann werde die endgültige Anlageentscheidung getroffen. Neben der Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien strebe der „FOS Rendite und Nachhaltigkeit“ eine verlässliche Rendite nach Kosten bei gleichzeitiger Eingrenzung der Volatilität an. Diese Investmentlösung sei deswegen für Stiftungen und Kirchen besonders attraktiv.


Renditechancen bei nachhaltigen Investments

Die wichtige Rolle der Nachhaltigkeit für Family Offices stellt auch Dr. Christoph Kind, Chief Investment Officer von Marcard, Stein & Co., in einem Interview heraus. Die Frage nach den Folgen des eigenen Handelns für Umwelt und Gesellschaft gewinne bei vielen Kunden an Bedeutung. Dabei setze sich auch zunehmend die Einsicht durch, dass Nachhaltigkeit weder die Investitionsmöglichkeiten übermäßig einschränke noch Rendite koste. Bei großen und komplexen Vermögen seien Nachhaltigkeitsanalysen schon alleine deswegen nötig, um Risiken zu identifizieren, die sich nicht aus der klassischen Betrachtung eines Portfolios ergeben könnten. Viele Kunden nutzten inzwischen diese Einsichten, um Ausschlusskriterien zu definieren oder aktiv in besonders nachhaltige Unternehmen und Strategien zu investieren. Auf die Renditechancen bei nachhaltigen Investments weist auch die Berenberg Bank hin. Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im Portfolio könne zu einer Verbesserung des Rendite-Risiko-Verhältnisses beitragen.

Apropos Renditechancen: Der global tätige Investmentmanager Schroders hat sich in seiner Global Investors Study 2018 der Frage gewidmet, ob Nachhaltigkeit Rendite verhindere. Hierzu wurden 22.000 Anleger in 30 Ländern befragt. Das Ergebnis: Von den Befragten gab nur jeder vierte an, dass nachhaltiges Investieren auf Kosten der Anlageergebnisse gehen würde. Diese Meinung ist vor allem in Europa verbreitet, wo nur 23 Prozent der Befragten fürchten, dass nachhaltiges Investieren negative Auswirkungen auf die Rendite hat.

Das macht Nachhaltigkeit für Family Offices und deren Mandanten so interessant. Sie bietet die Chance, mit Blick auf Mensch und Umwelt spürbare Renditen zu erwirtschaften und mit dem Schutz des Vermögens auch den Schutz des Planeten und der Gesellschaft voranzutreiben. Family Office-Anbieter tun also gut daran, diese Prinzipien zu verinnerlichen.