FIFA WM 2018: An der Börse ist Peru Weltmeister

Gehts raus, spielts und gewinnts

Dieser geflügelte Satz von Franz Beckenbauer als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft vor dem WM-Titelgewinn 1990 in Italien ist mittlerweile legendär. Heute, knapp drei Jahrzehnte später in Russland, ist ein solcher Spruch für den Bundestrainer Jogi Löw sicherlich nicht ausreichend, um gegen die starke Konkurrenz von der Iberischen Halbinsel oder auch aus Südamerika bestehen zu können. Dennoch sind die Chancen gut bis sehr gut, dass Deutschland Mitte Juli seinen WM-Titel im Endspiel verteidigen kann. Die Sichtweise der Millionen Fußballfans lautet, dass Deutschland unter 32 sehr guten das beste Nationalteam ist.

Doch es gibt auch andere interessante Sichtweisen auf die 32 Nationen von allen Kontinenten. Wie sähe beispielsweise das Ranking aus, wenn es nicht um den runden Ball auf den Rasenplatz geht, sondern um die Performance an der Börse? Dieser für Anleger und Investoren recht interessanten Frage ist Fidelity Investments, die Fidelity Management and Research Limited Liability Company, kurz FMR LLC mit Hauptsitz in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts nachgegangen. Sitz der Deutschlandniederlassung Fidelity Worldwide Investment ist die hessische Stadt Kronberg im Taunus. Das weltweite Research-Netzwerk von Fidelity kommt zu einem ganz anderen Ergebnis als die FIFA mit dem Fußball.


Deutschland im Fidelity-Börsenranking – Aus nach den Rundenspielen

• Gleich eins vorweg: nach der Börsen-Performance auf den Zeitraum zwischen den beiden WMs 2014 in Brasilien und 2018 in Russland gerechnet belegt Fußballweltmeister Deutschland lediglich Platz 17. Etwas überspitzt gesagt: da die ersten 16 aus den Gruppenspielen sich für das Achtelfinale in der KO-Runde qualifizieren, hätte Deutschland als amtierender Weltmeister dieses Minimalziel knapp verpasst. Das Team könnte schon nach zwei Wochen die Heimreise antreten.

Börsenweltmeister wäre mit deutlichem Abstand Peru. Seit der vergangenen WM hat sich die Performance des südamerikanischen Andenstaates um sage und schreibe 64 Prozent verbessert, die des Fußballweltmeisters Deutschland hingegen nur um 17 Prozent.

Japan wäre mit einer Performance von 39 Prozent der Finalgegner von Peru, hätte das Finale aufgrund des deutlichen Unterschiedes von 64:39 Prozent jedoch deutlich mit mehreren Toren Unterschied verloren.

• Südkorea wäre mit einem Wertzuwachs von immerhin noch 36 Prozent in das Halbfinale der Börsen-WM eingezogen.

• Noch enttäuschender als für Deutschland mit dem Gruppenaus wäre die Bilanz des letzten Finalgegners Argentinien. Die Performance von minus 40 Prozent käme einem sportlichen Absturz in die Bedeutungslosigkeit gleich.

• Und noch schlechter wäre Afrikas führende Fußballnation Nigeria. Das Börsenranking mit minus 49 Prozent würde bedeuten, dass sich der Afrikavertreter nur mit Ach und Krach überhaupt für die WM in Russland qualifiziert hätte.


So weit so gut

Der eingefleischte Fußballfan wird sich von diesen Zahlen in den kommenden vier Wochen nicht beeindrucken lassen. Feststeht, dass eine Deckungsgleichheit zwischen Fußballranking und Börsenranking bei dieser Weltmeisterschaft so gut wie ausgeschlossen ist. Denn wer glaubt ernsthaft, dass Peru in ganz überlegener Manier Weltmeister 2018 wird? Mit den Spielgegnern Australien, Dänemark und Frankreich in der Gruppe C wird es schon schwer genug, die Gruppenphase zu überstehen. Im Achtelfinale würden dann je nach Platzierung in der Gruppe D fußballerische, allerdings keine börsliche Hochkaräter wie Argentinien, Nigeria, Island oder Kroatien auf Peru warten!