Finanzierungsrunde für Taxfix

Der mobile Assistent für eine simple Steuererklärung konnte inzwischen in der Series-A-Finanzierungsrunde die genannte Summe einsammeln, wobei diese Finanzierung unter der Federführung des VC Valar Ventures von Peter Thiel stand, der einst PayPal gegründet hatte. Thiel unterstützt die schon eingestiegenen Investoren Redalpine und Creandum. James Fitzgerald, der General-Partner von Valar, nennt Taxfix einen “klaren Vorreiter” unter allen derzeit bekannten Steuer-Apps. Die Steuererklärung soll damit nur noch höchstens 20 Minuten dauern. Das interessierte Valar Ventures, denn dieses Finanzierungsunternehmen hat sich auf Engagements bei Online-Firmen spezialisiert, deren Geschäftsmodell klassische Industrien transformiert. Dazu gehörten in der Vergangenheit beispielsweise die Bank N26 und das Überweisungsportal TransferWise. Taxfix ist seit seinem Markteintritt 2017 schnell gewachsen. Im laufenden Jahr 2018 erledigten nach Angaben der Betreiber schon 800 Personen täglich ihre Steuererklärung mithilfe der Taxfix-App. Von dort aus lässt sich die Erklärung auch sofort an das Finanzamt übermitteln. Das hat sich für die Nutzer gelohnt, denn es flossen von den Ämtern hohe Summen im insgesamt siebenstelligen Bereich an die Steuerbürger zurück.

 

Wie funktioniert Taxfix?

Die transparente Steuererstattung mit der App ist höchst einfach zu beantragen, weil der Nutzer lediglich seinen Steuerbescheid mit dem Smartphone fotografieren und rund 70 Fragen beantworten muss. Daraus berechnet das Taxfix-Tool die voraussichtliche Steuererstattung und erstellt die komplette Erklärung. Der Nutzer übermittelt diese per Smartphone an die Finanzverwaltung. Dabei nutzt Taxfix die von den Finanzämtern selbst bereitgestellte kostenlose ELSTER-Software inklusive Schnittstelle. Für die Nutzer dürfte sich das lohnen, denn die durchschnittlichen Steuererstattungen betragen in Deutschland jährlich pro Steuerbürger 935 Euro. Doch etwa zehn Millionen deutsche Arbeitnehmer verzichten auf die Abgabe der Einkommensteuererklärung. Sie ist ihnen zu kompliziert und zeitaufwendig. Das soll sich nun mit Taxfix ändern.

 

Warum könnte Taxfix erfolgreich sein?

Die Frage ist berechtigt, weil schließlich auch mit Taxfix einige Formulare und die Beantwortung von diversen Fragen nötig sind. Etwas anderes verlangt die Steuererklärung auch nicht. Doch deren Formulare sind sehr unverständlich gehalten. Zwar werden die einzelnen Begriffe jeweils erklärt, doch das Nachschlagen ist mühselig. Hinzu kommt: Bei der Finanzverwaltung sitzen gelangweilte Witzbolde, die sich alljährlich überlegen, wie sie ihr Beamtengehalt rechtfertigen sollen. Also denken sie sich im Rahmen ihrer Beschäftigungstherapie winzige, vollkommen sinnfreie Änderungen an der Steuererklärung aus, die den Steuerbürger maßlos quälen. Das betrifft auch das Programm ELSTER, dass jeden Anwender die Wände herauf- und heruntergehen lässt. Wenn Taxfix es ermöglicht, diesen Spießrutenlauf künftig zu umgehen, dürfte das Programm wahrlich viele Freunde finden.