Fliegt die Commerzbank aus dem Dax?

Die Commerzbank hat einen Börsenwert von rund 9 Milliarden Euro. Damit liegt die Privatbank auf Rang 34 und ist momentan der schwächste DAX-Wert.

Die Commerzbank - einst DAX-Gründungsmitglied - droht der Rauswurf aus dem DAX. Damit scheinen die Tage der zweitgrößten deutschen Privatbank in dem deutschen Leitindex gezählt. Wie konnte es soweit kommen?


Entscheidend ist die Rangliste Ende August

Doch noch ist es nicht soweit. Erst am 5. September will die Deutsche Börse darüber entscheiden, ob es für die Commerzbank in Deutschlands bekanntestem Börsenbarometer weitergeht. Entscheidend ist dann die Rangliste von Ende August. Doch in zwei Börsenmonaten ist vieles möglich und es kann bis dahin noch einige Veränderungen geben.


Anderes Unternehmen könnte Commerzbank verdrängen

Allerdings sieht es momentan eindeutig besser für ein anderes Unternehmen aus. Denn der Trend spricht eher für den Finanzdienstleister Wirecard aus Aschheim. Das Unternehmen aus der Nähe von München könnte damit die Commerzbank aus dem DAX verdrängen und stattdessen selbst nachrücken. Noch ist Wirecard im Tec-DAX notiert. Seit Beginn des Jahres hat der Finanzdienstleister rasant an Wert zugelegt - der Kurs stieg um rund 50 Prozent. Damit notiert Wirecard bei einem Börsenwert von über 16 Milliarden Euro und ist auf Platz 24 der Rangliste der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.


Commerzbank momentan schwächster DAX-Wert

Die Commerzbank hat einen Börsenwert von rund 9 Milliarden Euro. Damit liegt die Privatbank auf Rang 34 und ist momentan der schwächste DAX-Wert. Auch um das Unternehmen Beiersdorf ist es nicht gut bestellt. Der Börsenwert liegt derzeit bei rund 9,6 Milliarden Euro. Damit hat die Commerzbank einen Rückstand von 7 Prozent auf Beiersdorf. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass sie diesen bis Ende August noch aufholt. Auch die DAX-Konzerne RWE, Lufthansa, Merck, Thyssen-Krupp und Heidelberg Cement sind nicht außer Reichweite. Zwar liegen diese momentan noch vor der Commerzbank, doch alle diese Unternehmen können ebenfalls noch den DAX verlassen müssen.


Entscheidend ist der Durchschnittswert im August

Es kommt vor allem auf den Durchschnittswert der letzten 20 Handelstage im August an. Damit würde auch ein kräftiger Kurssprung Ende August nicht reichen. Seit Beginn des Jahres ist der Kurs der Commerzbank um ein Drittel eingebrochen. Damit sind die Aktien des Unternehmens derzeit für Investoren nicht interessant. Weiterhin ist für einen Wechsel im DAX der Handelsumsatz der Aktien von entscheidender Bedeutung. Der Sprung des Finanzdienstleisters Wirecard auf Rang 25 sorgt dafür, dass es nun ein ernsthafter Kandidat für den DAX ist. So lag Wirecard noch im Mai auf Rang 28. Das sind für ein Tec-DAX-Wert sehr beachtliche Umsätze.


Für die Commerzbank geht es um alles

Allerdings passiert es sehr selten, dass ein Unternehmen in die Top-30-DAX-Konzerne aufsteigt. Denn ganz bewusst hat die Deutsche Börse in ihrem Index-Regelwerk sehr hohe Hürden hierfür aufgestellt. Damit sollen häufige Wechsel vermieden werden. Der Aufstieg ist Wirecard nun dann sicher, wenn das Unternehmen bis Ende August im Börsenwert und im Handelsumsatz weiter zu den besten 25 Aktien in Deutschland gehört. Für die Commerzbank dagegen geht es darum, bis dahin vom letzten DAX-Platz wegzukommen. Gelingt das nicht, verringert sich die Zahl der DAX-Gründungsmitglieder nach 30 Jahren auf 14.