Flughafen Köln-Bonn: Mehr Passagiere, aber keinen Gewinn

Vor wenigen Tage feierte der Flughafen Köln-Bonn seine zwölfmillionste Kundin in diesem Jahr. Hierzu war Flughafenchef Michael Garven persönlich erschienen und überreichte der glücklichen Passagierin einen Gutschein mit Geldwert. Nach Händeschütteln und Blitzlichtgewitter zeigte sich Garven optimistisch: „Einen besseren Ausstand kann ich mir nicht wünschen“, so der Konzern-Chef zu den anwesenden Reportern. „Dieses Ereignis steht für den stetigen Erfolgskurs, auf dem sich unser Airport befindet.“
Garven übernahm den Chefposten im Jahr 2002. Damals nutzten den Flughafen Köln-Bonn rund fünf Millionen Passagiere pro Jahr. Während diese Zahl seitdem stetig anstieg, musste der Konzern an anderer Stelle Verluste verzeichnen. Profitabel ist der Flughafen aufgrund der zweifelhaften Strategie des langjährigen Geschäftsführers schon seit Jahren nicht mehr.

 

Lock-Zahlungen an Fluglinien

Das Branchen-Magazin Handelsblatt präsentierte kürzlich Auszüge aus der Buchhaltung des Flughafens. Diese zeigen die enorm hohen Ausgaben des Flughafens, der unter der Führung von Garvens mehr als 130 Millionen Euro ausgegeben hat – und das in den letzten vier Jahren. Alleine im Jahr 2017 erhielten die Fluglinien von Eurowings, Ryanair und Co. Zahlungen von 40 Millionen Euro. Als Gegenleistung für die Zahlungen in Millionenhöhe willigten die Airlines ein, den Flughafen verstärkt zu frequentieren. Die Passagierzahlen wurden dadurch zwar verbessert, der Umsatz stagniert jedoch.

 

Gewinne seit 2002 halbiert

Mehr Verbindungen und höhere Passagierzahlen ließen den Umsatz wachsen und machten Köln-Bonn zu einem der erfolgreichsten Standorte in Europa. Weil gleichzeitig die Ausgaben wuchsen, fielen dabei jedoch keine Gewinne ab. Wie das jüngst veröffentlichte Betriebsergebnis zeigt, konnte man im aktuellen Geschäftsjahr nur noch halb so viel Gewinn verbuchen wie vor rund 15 Jahren. Während es im Jahr 2002 noch rund 40 Millionen Euro Gewinn waren, stand das Plus Ende 2017 bei 20,5 Millionen Euro. Über einen Wechsel der Flughafenleitung soll betriebsintern bereits diskutiert werden.