Flugplatz wird Teststrecke für E-Autos von Dyson

Damit steht Dyson durchaus nicht alleine da, denn viele Unternehmen haben die Zeichen der Zeit erkannt. Dabei könnte sich der heute 70-jährige James Dyson als reichster Erfinder Englands schon längst zur Ruhe setzen. Ihm haben wir zum Beispiel die Erfindung des praktischen, beutelfreien Staubsaugers zu verdanken. Außerdem revolutionierte Dyson die Heißluft-Händetrockner, die oftmals auf öffentlichen Toiletten installiert sind. Zuletzt brillierte er mit seinem fast geräuschlosen Premium-Haarföhn. Aber all das reicht ihm noch nicht, Dyson ist voll und ganz Unternehmer und wagt in späten Jahren noch das ganz große Ding.

Die Idee, eigene Elektrofahrzeuge zu entwickeln und zu bauen, schwelt bei Dyson schon seit Jahren. Doch zuvor sind enorme Investitionen zu stemmen. Dazu gehört der geplante Umbau eines alten Flughafens, der sich als Teststrecke für die neuen Autos gut eignet. Dieses Unterfangen wird dem Hausgeräte-Hersteller in etwa 200 Millionen Pfund, das entspricht heute 221 Millionen Euro, kosten. Der Hullavington-Flugplatz befindet sich circa 25 Kilometer in ostnordöstlicher Richtung vom süd-englichen Bristol entfernt am Main Road A 429 und wurde vornehmlich während des Zweiten Weltkriegs genutzt. Für die Region ist das Vorhaben ein Segen, ist doch damit die Schaffung von bis zu 2.000 temporären Arbeitsplätzen verbunden.

 

Die Batterie als Kernel

Da die Reichweite bei Elektrofahrzeugen neben dem Preis die wichtigste Akzeptanzgröße darstellt, forscht Dyson emsig an einer neuartigen Feststoff-Batterie mit dem Ziel, die bislang üblichen Lithium-Ionen-Batterien klar zu überflügeln. Zu diesem Zweck kaufte Dyson im Jahre 2015 das Batterie-Start-up-Unternehmen Sakti3, das sich auf die Entwicklung besonders leistungsstarker Feststoff-Batterien spezialisiert hatte.

Geplant ist, dass das erste Dyson-Fahrzeug 2020 auf den Markt kommt. Darüber hat die Financial Times schon früher berichtet. Damals hieß es, dass zunächst einige Tausend Autos noch mit herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus ausgerüstet werden, weil erst einmal die Zulieferkette installiert und die Marktlage erkundet werden müssen. Erst danach wird es weitere Modelle eben mit der hauseigenen Feststoff-Batterie geben, die dann auch in deutlich größerer Stückzahl produziert werden.

Natürlich forschen andere Autohersteller sowie Zulieferer fleißig an Feststoffbatterien. So plant zum Beispiel Toyota den Einbau derartiger Leistungspakete spätestens für das Jahr 2025. Doch Dysons Chancen, als erster Fahrzeuge mit Feststoff-Akkus auf den Markt zu bringen, stehen zurzeit nicht schlecht. Immerhin verfügt Dyson über langjährige Erfahrung in Sachen Elektromotor und Batteriezelle. Auch beim Aufbau gut funktionierender, globaler Lieferketten und weltweit verteilter Fabriken kann Dyson kaum jemand etwas vormachen. Zwar mag so manches chinesische Start-up für deutsche Autobauer interessant sein, doch Großbritannien ist nicht weit und hat ganz offenkundig viel zu bieten.