Fondsbranche verlangt Änderungen bei Riester-Garantien

Es gibt immer intensivere Debatten über die Riester-Rente. Durch die Veränderungen an den Kapitalmärkten stellt dieses Produkt für die Anbieter ein großes Problem dar. Daher soll es zu Änderungen kommen, damit es zu keinen Nachteilen für die Anbieter kommt. Von den Auswirkungen wären die Versicherten betroffen.

Im letzten Jahrzehnt sind die Kurse an den Börsen immer gestiegen. Zwar gab es auch immer wieder Zwischentiefs, doch der Trend war klar. Der Dax profitierte davon stark. So verzeichnete er von 2009 bis zum Beginn des Jahres 2018 einen Anstieg von rund 10.000 Punkten. Zur gleichen Zeit ist jedoch das Altersvorsorgevermögen der deutschen Bevölkerung kaum gestiegen. Hierfür sind die fallenden Zinsen verantwortlich. Diese bedeuten, dass es bei konservativ angelegtem Geld kaum zu Zuwächsen gekommen ist. Die Sparer mussten sogar unbewusste Verluste hinnehmen. Das liegt und lag daran, dass die Zinsen sich unterhalb der Teuerungsrate befinden. Zwar kommt es zu Gutschriften, diese gleichen jedoch den Wertverlust nicht aus. Wer also kein Risiko eingeht, ist schon seit vielen Jahren bei seinen Anlagestrategien limitiert und die Aussichten auf Renditen sind minimal. Davon ist auch die staatlich geförderte Altersvorsorge betroffen. Das dort angelegte Geld soll keinen Gefahren ausgesetzt sein und sich trotzdem vermehren. So kam es, dass die Bundesregierung unter bestimmten Voraussetzungen sogar ein Garantieverbot verhängte.
Nun ist es jedoch zu starken Kursrutschen gekommen. Seit Ende des letzten Jahres verlor der Leitindex ungefähr 2.000 Punkte. Genau zu diesem Zeitpunkt kam es zur ersten Revision des Riester-Gesetzes. Durch dieses kam es zur Einführung eines geförderten privaten Rentenversicherung, durch welche sich die Interessenten für das Alter besser selbst absichern sollen. Viele Punkte, die bei einer staatlichen Rente vorkommen, übernahmen die Anbieter dieser Produkte. Hierbei handelte es sich um die Verrentungspflicht, eine Beitragsgarantie und begrenzte Entnahmemöglichkeiten. Es kam zu einem Verkauf von 16 Millionen Verträgen.
 

Was bedeutet das allgemein?

Wenn es hier zu Änderungen kommt, dann ist diese Anlageform für viele zukünftige Rentner nicht mehr interessant. Sie müssten sich dann andere Wege suchen, wie sie für das Alter selbst vorsorgen. Diese Möglichkeiten sind mit Gefahren verbunden, da man nun auf Produkte zugreifen muss, die über eine höhere Rendite verfügen. Diese kann nur erlangt werden, wenn es zu einer Risikosteigerung kommt. Das bedeutet jedoch auch, dass die Möglichkeit besteht, dass ein Anleger sein gesamtes Vermögen verliert, weshalb die Altersarmut droht. Nur durch die private Selbstvorsorge ist sichergestellt, dass man als Rentner im Alter über genügend Geld verfügt und seinen Lebensstandard halten kann. Ist das nicht der Fall, so muss der Staat mit seinen Sozialsystemen eingreifen und helfen. Das bedeutet jedoch auch, dass es zu einer Mehrbelastung kommt. Ist dies der Fall, stehen Gelder für andere Projekte nicht mehr zur Verfügung. Die Regierenden müssen dann nach Lösungen suchen, wie ein Ausgleich möglich ist. Hier gibt es nur wenige Optionen. Durch Steuererhöhungen wäre dieser möglich, wobei die Bürger dann zusätzlich belastet sind und über noch weniger Geld verfügen. Kürzungen in bestimmten Sektoren sind eine weitere Alternative, wobei die Regierung den Unmut der Bevölkerung fürchten muss, welcher sich in schlechteren Wahlergebnissen niederschlägt.