Französische Up Group sichert sich Münchener Start-up Givve für 20 Mio. Euro

Für eine Summe von 20 Millionen Euro wechselt das Münchener Start-up Givve den Besitzer. Die Up Group aus Frankreich sichert sich mit dem Kauf 100% des Unternehmens und somit eine Präsenz am deutschen Markt. Angesichts des ähnlichen Geschäftsmodells ergibt die Übernahme für beiden Seiten Sinn.

Givve, 2010 von Patrick Löffler und Christoph Pietzsch unter dem Namen Bonayou gegründet, versuchte sich zunächst am Verkauf von Guthabenkarten an Privatkunden. Die Karten konnten ähnlich wie Gutscheine verschenkt und für den Kauf von verschiedenen Waren oder Dienstleistungen eingesetzt werden. 2013 erfolgte dann der Pivot mit dem Fokus auf personalisierte, aufladbare Kreditkarten für Unternehmen.

Für die Kunden ergeben sich steuerliche Vorteile, wenn sie ihre Mitarbeiter mit den Givve-Karten versorgen. Das Unternehmen bietet verschiedene standardisierte Auflademodelle an, kümmert sich aber bei Bedarf auch um individuelle Lösungen.

Nachdem das Start-up lange Zeit Schwierigkeiten bei der Entwicklung eines profitablen Geschäftsmodells zu haben schien und das langfristige Überleben keinesfalls gesichert war, läuft es mittlerweile besser. Dem Vernehmen nach hat Givve die Gewinnzone erreicht und arbeitet profitabel. Die vom Unternehmen verbreiteten Kundenzahlen können sich sehen lassen: Demnach nutzen bereits 6.000 Firmen und insgesamt 250.000 Mitarbeiter Givve-Kreditkarten.

 

Management bleibt an Bord

Der Vorstandsvorsitzende Patrick Löffler wird seinen Posten behalten, genau wie Technik-Chef Alexander Klaiber, der bis zum Verkauf ebenfalls Anteile am Unternehmen hielt. Weitere Investoren waren der Event-Unternehmer Jochen Schweizer, Ex-Gruner+Jahr-Vorstand Torsten-Jörn Klein als Mehrheitsgesellschafter, sowie der Frühphasen-Investor Redalpine aus der Schweiz und Ex-Payback-Manager Andreas Berninger. Sie alle geben ihre kompletten Anteile ab, sodass die Up Group nunmehr alleiniger Eigentümer von Givve ist.

Die französische Up Group ist bereits in 19 Ländern aktiv, konnte aber in Deutschland bisher nie wirklich Fuß fassen. Dies könnte sich nach der erfolgreichen Übernahme nun ändern. Givve wiederum sollte mit einem finanzstarken Investor im Rücken gute Chancen haben, das Geschäftsmodell weiter zu etablieren und die Position des Unternehmens am deutschen Markt auszubauen.