Geldanlage: der Mix aus Gold und Silber?

Edelmetalle gelten schon lange als krisensichere Wertanlagen. Wann immer sich der Aktienmarkt im Sturzflug befindet, steigt die Nachfrage der Anleger zu inflationssicheren Metallen. Dass sich in Krisenzeiten eine Investition in Gold lohnen kann, wissen viele. Silber wird dabei gerne unterschätzt.

Gold als Geldanlage

Gold gilt allgemein als Krisenwährung. In Zeiten, in denen es den Märkten gut geht, sinkt der Goldpreis, die Nachfrage ist gering. Fürchten die Anleger jedoch um ihre Investitionen, flüchten sie zum Gold. Gerade wenn die Angst vor der Inflation um sich greift, steigt die Chance für einen Run auf Gold. Denn historisch betrachtet konnte das Edelmetall sich seinen Wert erhalten. Eine Unze Gold ist heute noch etwa genauso viel wert, wie noch vor hunderten von Jahren. Es gilt als inflationssicher. Für kurzfristige Investments eignet sich Gold eher weniger, die Renditen sind gering. Es sollte als langfristige Investition angesehen werden.

Silber als Alternative?

Silber ähnelt Gold in vielerlei Hinsicht. Beides Edelmetalle, beide wurden für Hartgeld verwendet, beide eignen sich als Wertaufbewahrungsmittel. Genauso wie Gold ist auch die Menge an Silber in der Welt begrenzt. Silber ist ebenso ein Industriegut, mehr noch als Gold. Neben der Schmuckindustrie wird es in der Elektro-, Foto- und Chemieindustrie benötigt.

Im Gegensatz zu Gold ist der Silberkurs stärkeren Schwankungen unterlegen. Daher ist Silber eher etwas für erfahrene Anleger, der Silberpreis kann schneller fallen oder steigen und das nicht nur, wenn sich die Menschen gegen Inflation absichern wollen. Sollte der Bedarf der Industrie an Silber sinken, wird der Preis fallen. Ist die Nachfrage jedoch groß oder setzt gar eine Knappheit ein, wirkt sich das auch auf den Preis aus. Silber wird gerne als das „Gold des kleinen Mannes“ bezeichnet. Eine Unze Silber kostet nur einen Bruchteil einer Unze Gold. Trotzdem sollte man nicht daran denken, nur auf Silber zu setzen.

Der Mix macht es

Ein gutes Portfolio besteht aus beidem. Aus welchen Anteilen an Edelmetallen das Portfolio genau bestehen soll, lässt sich nicht hundertprozentig sagen. Gold ist sicherer und stabiler, Silber kann bei guter Rendite mehr abspringen lassen. Es hängt auch vom Anleger ab, wie viel Risiko bei erwarteter Rendite er verkraften kann. Eine unruhige politische Lage begünstigt eher Gold, bei einer guten Wirtschaft springt mit Silber mehr ab. Bei Silber muss der Anleger tagesaktuell dabei sein und genau die Kurse im Auge behalten, Gold ist risikofreier.

Weltlage begünstigt steigenden Goldpreis

Derzeit wird die Welt von neuen Spannungen erschüttert. Die USA rüsten sich für einen Handelskrieg mit China, der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe. Gleichzeitig schwächelt der US-Dollar, während die Inflation weiter vorangeht. Bislang stand ein schwacher Dollar mit einem steigenden Goldpreis in Wechselbeziehung. Die Nachfrage nach Gold steigt bereits, aus der Schweiz werden schon jetzt große Mengen exportiert. Die Abnehmer sind Länder wie China oder Indien. Die Zentralbank Russlands stockt weiterhin seine Goldreserven auf.

Auch Silber wird importiert

China interessiert sich ebenfalls für Silber und importiert so viel wie seit 2010 nicht mehr. Zurzeit ist die Nachfrage der Industrie nach dem Edelmetall groß, die Wirtschaft noch recht gesund. Gleichzeitig steigt die Weltwirtschaft weiter an, wodurch sich schließen lässt, dass die Nachfrage zumindest nicht nachlassen wird. Silber könnte dieses Jahr Gold überbieten, was die Entwicklung des Preises anbelangt.