Generation der Babyboomer: Rentenfrust

Im Vergleich zu früheren Studien zeichnet sich ein negativer Trend ab, denn mittlerweile machen sich immer mehr Bundesbürger Sorgen um ihre Altersvorsorge.

Viele Deutsche haben den Traum, dass das Leben im Rentenalter besonders entspannt und ohne finanzielle Sorgen laufen soll. Doch viele Berufstätige fürchten sich heute, dass die Lebensqualität im Rentenalter sinken wird. Um den Verfall des Rentenniveaus zu verhindern, hat die Regierung bereits einen Arbeitskreis eingesetzt.

 

Hohe Rente im Alter ist der Wunsch der deutschen Arbeitnehmer 

Die Rente ist das Ziel vieler deutscher Arbeitnehmer. Dabei soll diese, wenn es nach den Arbeitnehmern geht, besonders hoch ausfallen. Wie aus dem „Axa Deutschland Report“ hervorgeht, hegen insbesondere die Arbeitnehmer, die kurz vor dem Renteneintritt stehen, diesen Wunsch. Besonders deutlich wird dies bei den 55- bis 64-Jährigen Arbeitnehmer. Die repräsentative Studie mit 3368 Interviews wurde vom Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Im Rahmen der Interviews wurden erwerbstätige und berentete Bürger zu ihren Erwartungen und Wünschen an die Altersvorsorge, Gesundheit und Bildung befragt.

Bei der Generation der Babyboomer zeichnet sich ein besonderer Renten-Frust ab, denn rund sechzig Prozent der befragten Personen, welche aus dieser Generation stammen, fürchten eine Verschlechterung der Lebensqualität beim Renteneintritt. Lediglich zwei Prozent der befragten Babyboomer erwarten eine Verbesserung der eigenen Lebensqualität.

Dabei ist die Altersarmut nicht nur ein Problem dieser Generation, denn rund 39 Prozent aller Berufstätigen machen sich Sorgen um eine mögliche Altersarmut. Zudem bescheinigen viele Befragte aller Alters- und Einkommensschichten, eine mögliche negative Situation gegenüber dem Erwerbsleben. Im Vergleich zu früheren Studien zeichnet sich ein negativer Trend ab, denn mittlerweile machen sich immer mehr Bundesbürger Sorgen um ihre Altersvorsorge. Das Axa-Vorstandsmitglied Patrick Dahmen sieht im Ergebnis der Studie einen Aufschrei der deutschen Bevölkerung. Demnach muss dringend für eine Verbesserung der finanziellen Situation während des Ruhestandes gesorgt werden. Dabei sehen vor allem die Babyboomer eine große Kluft zwischen den finanziellen Möglichkeiten als Arbeitnehmer und Rentner.

 

Finanzielle Fallhöhe bleibt trotz Rentenerhöhungen bestehen 

Ein Vergleich mit den Vorjahresergebnissen verdeutlicht, dass die Unzufriedenheit der Rentner und Pensionäre stark gestiegen ist. Die 2016 durchgeführte Untersuchung zeigte, dass jeder vierte Ruheständler eine gefühlt gesteigerte Lebensqualität aufgrund des Renteneintritts genießen konnte. Die diesjährige Studie belegt, dass nur noch jeder zehnte Rentner oder Pensionär ein solches Empfinden hat. Laut den Studienmachern zeichnet sich dieses negative Stimmungsbild insbesondere aufgrund der Neurentner ab, welche die neue Situation als Verschlechterung empfinden. Als Begründung für die entstandene Unzufriedenheit wird vor allem die finanzielle Fallhöhe angeführt, welche sich zwischen dem Berufs- und Rentnerleben offenbart. Auch die zwei vergleichsweise deutlichen Rentenerhöhungen konnten an diesem Umstand nichts ändern. Auch die kommende Rentenerhöhung, welche zum 1. Juli 2018 in Kraft tritt und dafür sorgen wird, dass 21 Millionen deutsche Rentner mehr Geld erhalten, wird an diesem Umstand nichts ändern. Durch die Rentenerhöhung werden die westdeutschen 3,22 Prozent mehr Geld erhalten, während die ostdeutschen Rentner eine Erhöhung von 3,37 Prozent erhalten. Dabei basiert diese Steigerung auf einer Rentenformel, welche sich auf die aktuelle Lohnentwicklung bezieht.

Laut den Befragten kann lediglich die Politik für eine Verbesserung der aktuellen Situation sorgen. Demnach müsste es mehr Maßnahmen definieren, welche zu einer Verbesserung des individuellen Rentensatzes beitragen. Die Befragung verdeutlicht, dass die Befragten eine höhere Rentenanrechnung von Erziehungszeiten fordern und Beamte sowie Selbstständige Ihren Anteil zum Rentensystem leisten sollten. Zudem soll der Staat mehr Steuereinnahmen für die Subventionierung der gesetzlichen Rentenkasse verwenden. Die Rentenkommission, welche erstmalig am 6. Juni 2018 zusammenkam, verdeutlicht, dass die Bundesregierung die Stimmung der Bevölkerung wahrnimmt. Aufgabe des Arbeitskreises ist die Ausarbeitung eines Konzepts zur Altersabsicherung. Bis zum Jahr 2020 soll ein Konzept entwickelt werden, welches die Rente auch nach dem Jahr 2025 sichern soll. Als großes Problem wird die sinkende Anzahl von Beitragszahlern angeführt. Zeitgleich gibt es mehr Rentner, welche durch ein verbessertes Gesundheitssystem über eine längere Lebenszeit verfügen. Insbesondere die Sorgen der Babyboomer, welche im kommenden Jahrzehnt den Eintritt in die Rente vollziehen, sollen durch die Rentenkommission zerstreut werden.