George Soros möchte neues Brexit-Votum

Der Investor George Soros startet eine Kampagne in Großbritannien, welche eine neue Abstimmung über den Brexit erzwingen möchte. Die Initiative heißt „Best for Britain“ und soll innerhalb eines Jahres zu einer neuen Abstimmung führen.

Best for Britain

Der ungarisch-stämmige George Soros will laut der britischen Zeitung „Guardian“ eine neue Abstimmung über den Brexit. „Best for Britain“ nennt sich die Kampagne. Binnen eines Jahres soll sie dazu führen, dass das Inselvolk erneut über ihr Ausscheiden aus der Europäischen Union abstimmt. Die Kampagne soll am 8. Juni starten.

Der 87-jährige Milliardär, der seinen Reichtum durch Fonds verdiente, hielt am Dienstag eine Rede in Paris mit dem Namen „Wie man Europa rettet“. In dieser Rede ging es unter anderem darum, dass der Brexit ein schädlicher Prozess für beide Seiten sei. Nach ihm sei in der Vergangenheit vieles in der Europäischen Union schiefgelaufen, dennoch wäre es lohnenswerter, gemeinsam an den Problemen zu arbeiten. Der Brexit-Prozess würde eine lange Zeit in Anspruch nehmen, vor allen in unruhigen Zeiten wie diesen, so weiter in seiner Rede. In Paris warb er dafür, dass Großbritannien weiter in der EU verbleiben sollte. Aufgrund der Dringlichkeit und der aktuellen Probleme innerhalb der EU solle die Initiative so bald wie möglich mit den britischen Wählern und mit Brüssel ins Gespräch kommen.


Das politische Engagement von Soros

Für „Best for Britain“ sollen schon mehrere Millionen Pfund zusammengekommen sein. Außerdem soll die Kampagne bereits Einfluss auf britische Parlamentarier nehmen, um sie davon zu überzeugen, sich gegen die Brexit-Pläne zu entscheiden. Der Milliardär engagiert sich schon lange auf politischer Ebene und tritt gerne als Philanthrop in Erscheinung. 2016 unterstützte er den Präsidentschaftswahlkampf von Hillary Clinton. Gleichzeitig spekulierte er auf ihren Wahlsieg. Eine der wenigen herben Rückschläge für den Mann, der berühmt dafür wurde, 1992 erfolgreich gegen die Bank von England gewettet zu haben.

Seine Fonds bündelt Soros in der Open Society Foundation, mittlerweile eine der größten privaten Stiftungen der Welt. Vor kurzem noch zog er sich mit seiner Stiftung aus Ungarn zurück, wo ihm der ungarische Präsident Viktor Orbán vorwarf, Flüchtlingsströme nach Europa zu lenken. Früher unterstützte Soros Orbán, als dieser noch das Regime von Fidesz kritisierte.