Gewinnexplosion bei der Google-Mutter Alphabet

Skeptische Umfeld bei Technologiewerten bremst die Rallye aus 

Jüngst kam die Rallye der Technologie-Aktien ins Stocken und die Google-Mutter Alphabet ist hierfür das beste Beispiel. Denn die Ergebnisse des Konzerns übertrafen die Erwartungen aller Marktteilnehmer. Dennoch verzeichnete die Aktie nur einen kleinen nachbörslichen Gewinn und fiel im Anschluss sogar unter das Schlussniveau des offiziellen Handelstages. Doch auch die Tech-Aktien Apple und Amazon konnten im nachbörslichen Handel nur einen Teil der Verluste des Vortages einspielen. Facebook leidet währenddessen weiter unter dem Datenskandal und tendierte wie Alphabet weiter abwärts. Das einzige Tech-Unternehmen, welches diese Negativentwicklung abschütteln konnte ist Microsoft. Zudem werden alle diese Unternehmen im Laufe der nächsten Wochen die Quartalsberichte vorlegen, sodass eine erste Indikation auf das weitere Wachstum geboten werden kann.

Quartalsergebnis übertrifft die Erwartungen der Analysten deutlich 

Alphabet konnte mit dem Quartalsergebnis pro Aktie vor der Berücksichtigung der Sondereinflüsse die Schätzungen der Analysten deutlich übertreffen. Der Bruttoumsatz des Konzerns stieg deutlich an, sodass dieser um 26 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres liegt. Der erwirtschaftete Umsatz lag bei 31 Milliarden Dollar und verzeichnen insbesondere aufgrund der Werbebuchungen, welche durch die Suchmaschine Google realisiert werden, konstant an.

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Quartalsbericht von Alphabet ist jedoch, dass die Datenschutzdebatten, welche durch das Datenleck bei Facebook angeregt wurden, noch keinen negativen Einfluss auf die Konzernergebnisse Alphabets hat. Dennoch sind Investoren skeptisch und fürchten, dass die europäischen Datenschutz-Grundverordnung dafür sorgt, dass Nutzer in der EU personalisierte Werbung in Zukunft zurückweisen. Allerdings zerstreute Ruth Porat, die Finanzchefin Alphabets, diese Sorgen recht schnell. Sie merkte an, dass die Werbung auf den Suchanfragen der Nutzer basiere und kaum Berührungspunkte mit personengebundenen Daten hat. Auch der Alphabet CEO Sundar Pichai versicherte, dass das Unternehmen seit Monaten an entsprechenden Anpassungen arbeite.

Youtube steht erneut in der Kritik 

Ein besonderes Augenmerk legten die Analysten auf die Entwicklungen bei der Video-Plattform Google. Die Plattform steht aufgrund rassistischer Inhalte und Propaganda-Anschuldigungen erneut in der Kritik. Wie CNN berichtet liefen Spots von 300 Werbekunden – hierzu gehören etwa Adidas, Amazon, Netflix oder Hilton – vor Hass-Videos. Dieser Fehler sorgte dafür, dass Under Armour die Budgets für das Youtube-Marketing vorerst eingefroren hat. Dieser Fehler sorgt dafür, dass Alphabet in Zukunft Ärger mit Werbekunden bekommen könnte. Laut Pichai intensiviert der Konzern seine Bemühungen, um dafür zu sorgen, dass Youtube in Zukunft wieder sicher wird. Alle Inhalte, die gegen die internen Richtlinien verstoßen werden demnach durch das Zusammenspiel des maschinellen Lernens und der manuellen Nachprüfung von der Plattform verbannt.

Positiver waren die Nachrichten zur Gewinnentwicklung, denn dieser legte im ersten Quartal um 73 Prozent zu, sodass dieser bei 9,4 Milliarden Dollar notierte. Dabei lässt sich dieser Gewinnanstieg vor allem auf eine geänderte Bilanzierung zurückführen, denn Beteiligungen müssen nun im Segment „andere Einnahmen und Ausgaben“ ausgewiesen werden. Hierbei sorgt beispielsweise der Wertanstieg von Uber für steigende Gewinne. Das Unternehmen war noch im letzten Jahr 251 Millionen Dollar wert, wobei der Wert nun auf 3,5 Milliarden Euro angestiegen ist.

Kampf gegen Amazon 

Eine weitere wichtige Entwicklung zeichnete sich im Hardware-Geschäft ab. Hier versucht Alphabet den Anschluss an Amazon und Apple wiederherzustellen. Aus diesem Grund wurde auch der Smarthome-Hersteller Nest wieder in Google eingegliedert.

Die wichtigste Entwicklung findet bei den Smarthome-Lautsprechern statt. Hier möchte Google die Vormacht Amazons brechen, denn Alexa kann zu einer Gefahr für das wichtige Werbegeschäft werden. Dies ist dann der Fall, wenn Kunden Alexa über Produkte befragen und auf eine Suche bei Google verzichten. Werden Weiterleitungen auf Suchmaschinen initiiert, so erhebt Amazon Weiterleitungsgebühren. Lagen diese im Vorjahresquartal noch bei 22 Prozent, so stiegen sie bis auf ein Niveau von 24 Prozent an.

Dennoch ist das Geschäft weiterhin lohnenswert, denn die Zahl der bezahlten Klicks stieg erneut an. Mittlerweile sind 59 Prozent aller Klicks kostenpflichtig. Bei einer weiterhin steigenden Anzahl von Klicks besteht auch in Zukunft keine Gefahr für das Werbegeschäft, welches von Alphabet dominiert wird.