Gewinnwarnung bei Daimler: Aktie rutscht auf Fünfjahrestief

Der Daimler-Konzern reagierte auf neuste Entwicklungen in Verbindung mit der Dieselkrise und senkte die eigene Gewinnerwartung für das laufende Jahr. Anleger reagierten wenig erfreut und schickten die Aktie direkt im Anschluss auf den tiefsten Kurs in den letzten fünf Jahren. Neben der Krise rund um die Problematik der Umrüstungen und Prämien für Neuwagen gibt es aber auch noch andere Gründe, die dafür sorgen, dass sich der Kurs momentan nicht so wie gewünscht entwickelt.

Der offizielle Grund für die Gewinnwarnung liegt in den zusätzlichen Kosten, die mit der Affäre rund um die Diesel in Deutschland entstehen werden. Jüngst hat die Bundesregierung entschieden, dass sich die Hersteller mit Prämien und Gebühren für die Umrüstung daran beteiligen müssen, die älteren Modelle wieder auf einen Stand zu bringen, an denen ihnen keine Fahrverbote drohen. Laut Experten könnten die Kosten dafür in die Milliardenhöhe gehen. Da sich Daimler, ähnlich wie andere Hersteller, nicht bereit zeigt, eine Umrüstung der bestehenden Wagen vorzunehmen, wird es hier wohl zu einem Prämienmodell kommen. Besitzer von älteren Diesel-Fahrzeugen werden die Option haben, sich einen neuen Wagen mit besserer Energieeffizienz zu kaufen. Daimler beteiligt sich dabei mit geringeren Preisen für die Neuwagen.

Genaue Zahlen hat der Konzern in Verbindung mit der neuen Gewinnwarnung noch nicht veröffentlicht. Es wurde nur bereits jetzt darauf hingewiesen, dass der Gewinn vor Steuern deutlich unter dem Ergebnis des Vorjahres sein wird. So wird es sich nach der derzeitigen Prognose von Daimler auch mit dem Konzernergebnis verhalten. Gründe dafür liegen auch darin, dass sich Daimler bereits jetzt mit möglichen Problemen von zukünftigen Zahlungen konfrontiert sieht. In Verbindung mit rückläufigen Absätzen in einigen Sparten wird das Ergebnis des Unternehmens also deutlich verfehlt.

 

Aktienkurs geht kurzfristig deutlich in den Keller

Dass die Aktionäre von Daimler nervös sind, zeigt sich auch an dem Aktienkurs kurz nach der Gewinnwarnung. So ging der Kurs für einige Zeit bis zu sieben Prozent in das Minus, ehe Anleger eine Chance gesehen und Aktien nachgekauft haben - am Ende stand immer noch ein Minus von etwa zwei Prozent in den Kursen. Damit steht die Aktie nun bei knapp 51 Euro. Bedenklich ist auch der Verfall des Kurses seit dem Beginn des Jahrs: Mit 75 Euro pro Aktie ist man in das Jahr 2018 gestartet. Damit hat die Aktie im laufenden Jahr einen Verlust von beinahe 25 Prozent hingelegt. Die unsichere Zukunft über Absätze und mögliche Strafzahlungen dürfte mit Sicherheit nicht zu einer Stabilisierung der Kurse in den nächsten Wochen beitragen.