Gewinnwarnung und Aktieneinbruch bei Ceconomy

Die Holding Ceconomy ist das nächste Unternehmen, das rückläufige Umsätze in den Sommermonaten zu verzeichnen hat. Auch hier führt es zu einer neuerlichen Warnung für die Anleger - ähnlich, wie es in den letzten Tagen bereits bei einigen Firmen aus dem Bereich der Mode der Fall war. Gerade in den so wichtigen Bereichen von Media Markt und Saturn waren die Umsätze in den Monaten Juli und August so enttäuschend, dass nun eine Korrektur der eigenen Ziele notwendig war.

An der Börse wurde die Warnung nicht gut aufgenommen: Die Aktie von Ceconomy sank um neun Prozent auf den Wert von 6,10 Euro. Damit verzeichnet sie den niedrigsten Stand, seitdem sich die Holding aus dem Metro-Konzern ausgegliedert hat.


Schwieriges Geschäftsjahr aber stabile Umsatzprognose

Der geschätzte Ebitda liegt nun zwischen 680 und 710 Millionen Euro, während man im letzten Jahr noch einen Wert von 714 Millionen Euro erreichen konnte. Auch beim operativen Gewinn müssen die Erwartungen leicht zurückgeschraubt werden: Nachdem man im letzten Jahr noch 494 Millionen Euro erzielen konnte, liegt die Prognose derzeit zwischen 460 und 490 Millionen Euro. Das Problem ist dabei nicht nur das laufende Geschäftsjahr und Quartal, sondern vor allem der Einfluss auf die mittelfristigen Ziele des Konzerns, so Finanzchef Mark Frese.

Zwischen drei und fünf Jahren sollte es zum Beispiel dauern, um die Ebitda-Marge auf einen Wert von fünf Prozent zu erhöhen. Nach 3,2 Prozent im Vorjahr schien das eine realistische Tendenz - allerdings nur mit den damals vorherrschenden Modellen und Prognosen. Man ist sich zwar sicher, dass man die selbst gesteckten Ziele weiterhin erreichen kann, es wäre aber möglich, dass man ein wenig länger als geplant zu deren Umsetzung brauchen wird. Die dauerhaften und langfristigen Ziele sollen davon laut dem Unternehmen aber nicht betroffen sein.

Auch das Erreichen der Umsatzziele im laufenden Jahr soll wohl noch realistisch sein - so zumindest die Prognose von Konzernchef Haas. Es sei ein temporäres Problem. Es ist nicht das erste Unternehmen, das sich mit Blick auf den sehr heißen Sommer in Deutschland über die mangelnde Konsumfreudigkeit der Deutschen bei Hitze äußert. So sei es vor allem ein Problem des Wetters gewesen - andere Indikatoren scheint es nicht zu geben. Trotzdem steht die Aktie momentan in der Kritik. Selbst große Anteilseigner haben zuletzt bemängelt, dass die Kursentwicklung nicht den Erwartungen entspricht.


Neue Strategien für eine gute Zukunft und weniger Kosten

Um die eigenen Ziele zu erreichen und dem Aktienkurs einen Schubs zu geben, hat Haas auch einige Strategien für die Zukunft verkündet. So sieht man sich in erster Linie in der Pflicht, in den kommenden Monaten die eigenen Kosten weiter zu senken. Trotzdem möchte man das Service-Angebot in den eigenen Märkten weiter ausbauen und darüber hinaus für eine bessere Vernetzung zwischen dem Online-Geschäft und den einzelnen Filialen sorgen. Allerdings musste auch er eingestehen, dass die Pläne erst einmal einen Dämpfer erhalten haben. Nachdem man bereits schlecht in das Geschäftsjahr gestartet war und dafür vor allem den harten Preiskampf im Weihnachtsgeschäft die Schuld gab, ist es nun bereits das zweite Mal, dass das Unternehmen mit saisonalen Schwankungen zu kämpfen hat.