Gleichgewichtung als neues Konzept

Nach 18 Monaten am Markt hat der Publikumsfonds Target European L/S zwölf Millionen Euro eingesammelt und einen Wertzuwachs von etwa zehn Prozent bei gleichzeitiger geringer Schwankungsbreite erzielt. Im Fokus steht, Verluste zu begrenzen. Und so liegen der maximale Verlust des Fonds bei unter fünf Prozent und die Volatilität bei unter sechs Prozent.

 

Im Fokus steht, auf der Long-Seite über den Einsatz von europäischen Small- und Midcap-Werten dauerhaft eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen (durch Wertzuwachs und Dividendenzahlungen) und auf der Short-Seite auf fallende Kurse zu setzen (Futures, ETFs oder ETPs auf den Euro Stoxx 50). Das bringt in zurückgehenden beziehungsweise schwankenden Märkten die Chance, Rendite nach unten abzusichern. Von dieser Strategie hat der Fonds seinen Namen Target European L/S.

 

Bislang haben die Fondsberater Rolf Klein und Lothar Koch (GSAM + Spee Asset Management AG) aus einem Aktienuniversum von rund 1000 europäischen Nebenwerten dauerhaft 40 bis 60 Titel mittels Fundamentalanalyse (Target Scoring-Modell) selektiert. Auf diese Weise werden die aussichtsreichsten Kandidaten für den Fonds herausgefiltert und mit der allgemeinen, hausinternen Bewertung der Kapitalmärkte in Verbindung gesetzt – Monat für Monat. Die Gewichtung der einzelnen Titel im Fonds hat dabei eine gewisse Aussagekraft zum Potenzial der Aktie: Je höher die Gewichtung, desto attraktiver der Wert.

 

Dieses Konzept passen sie künftig an und investieren in 30 Titel, die alle gleich gewichtet sind. Der Hintergrund: Die Gewichtung der Aktientitel nach Potenzial hat in der jüngsten Vergangenheit hin und wieder Performance gekostet und die Volatilität erhöht. Eine unerwartete Gewinnwarnung bei einem Aktientitel und zwei Shortattacken eines Hedgefonds auf zwei relativ hoch gewichtete Aktientitel waren für die Fondsberater und die Investoren unerfreulich. Die neue Ausrichtung mit einer konsequenten Gleichgewichtung führt zwar dazu, dass eine Outperformance durch stark übergewichtete, sehr gut laufende Titel kaum noch möglich ist. Aber die Konzentration auf 30 völlig ausgeglichen allokierte Werte schafft mehr Ruhe im Portfolio.

 

Die Fondsberater legen ihren Schwerpunkt auf die sogenannten „Gewinneraktien“. Damit sind die Aktien gemeint, die sich in einem starken Aufwärtstrend befinden, der möglichst lange anhalten wird. Um zu verhindern, dass der Fonds unter „überkauften“ Aktien leidet – also Werte, bei denen nach einer starken Aufwärtsbewegung eine Kursreaktion nach unten zu erwarten ist – haben Rolf Klein und Lothar Koch ihr Sicherungskonzept weiterentwickelt – dabei aber mit Blick auf die Entwicklungsmöglichkeiten einer Aktie darauf Wert gelegt, nicht allzu restriktiv vorzugehen.

 

Bisher wurde die Aktie mit einem ein Stop-Loss in Höhe von drei Prozent (dynamische Anpassung nach oben) unterhalb des Höchststandes versehen. Durch das eng gesetzte Limit musste der Fonds diese Potenzial-Aktien jedoch bei einem Rückgang verkaufen und konnte nicht vom „Rebound“ profitieren. Ab sofort gilt daher: Zukünftig werden 50 Prozent des Bestandes verkauft, sobald die jeweilige Aktie als „überkauft“ eingestuft wird und für die andere Hälfte gilt ein Stop-Loss-Limit, welches aber mit zehn bis Prozent deutlich höher angesetzt wird.