Globales Rennen um Künstliche Intelligenz – wo liegt die Zukunft?

Viele Experten betrachten die künstliche Intelligenz als die Schlüsseltechnologie der Zukunft. Doch auch die Vorstände und Regierungen sind auf die Relevanz des Themas aufmerksam geworden, denn die Digitalisierung überraschte einen Großteil dieser Führungspersönlichkeiten. Nun steht die zweite Welle der Digitalisierung – die künstliche Intelligenz – vor der Haustür. Aus diesem Grund priorisieren viele Politiker und Chefstrategen das Thema in der Strategie und möchten bei der Entwicklung eine entscheidende Rolle einnehmen. Das liegt vor allem am Umstand, dass eine große technische Entwicklung neben einem hohen Einkommen auch für ein gewisses Maß an Macht steht. Dabei stellt sich jedoch die grundlegende Frage, welcher Konzern oder welche Region die Entwicklung der Technologie maßgeblich vorantreiben kann. Aktuell führen die USA, China und Europa das Gebiet, verfolgen dabei jedoch verschiedene Ansätze. Die nachfolgende Analyse bietet Aufschluss über die Möglichkeiten.

 

Europa – Investitionen zur Entwicklung

Eine der führenden Regionen bei der Entwicklung der künstlichen Intelligenz ist Europa. So sitzt das aussichtsreiche Unternehmen Deepmind – ein Tochterunternehmen von Alphabet – in London und treibt dort die Entwicklung voran. Auch Facebook forscht an der künstlichen Intelligenz und betreibt eigens dafür eine Zweigstelle in Paris. Mit Apple und Tesla zeigen sich zudem zwei Giganten, die ein reges Interesse an europäischen Unternehmen aufweisen.

Deepl aus Köln setzt auf einen KI gestützten Übersetzungsdienst, der bessere Ergebnisse als Google Translate bietet. Auch Franka Emika aus München gehört zu den interessanten Kandidaten, denn das Unternehmen baut intelligente Roboter, welche bei der Automobilproduktion unterstützen können und somit ganze Arbeitsschritte verbessern sollen. Um den Anschluss an China und die USA zu bewahren setzt die Politik auf eine Mischung aus freiem Markt und Planwirtschaft, denn sämtliche KI-Projekte werden staatlich gefördert. Allein die französische Regierung wird in den kommenden fünf Jahren 1,5 Milliarden Euro in die Weiterentwicklung der KI-Technologie investieren. Auch die britische Regierung plant mit rund einer Milliarde Euro. Schlussendlich wird auch der Wirtschaftsmotor Deutschland einen „Masterplan KI“ vorstellen. Im Rahmen dieses Masterplans werden ebenfalls Milliardeninvestitionen erwartet.

Doch auch die EU hat sich einige Ziele im Bereich künstliche Intelligenz gesetzt. Allerdings stellt sich die Frage, ob die europäische Herangehensweise aussichtsreich und erfolgreich sein wird. Zudem stellt die KI-Ethik eine Herausforderung dar. Aktuell nimmt Europa in diesem Teilgebiet eine führende Rolle ein, doch auch die Konkurrenz bemüht die Weiterentwicklung.


Marktführer USA – Ohne Plan zum Marktführer

Wenn es nach einer Studie von Roland Berger geht, dann nimmt die USA aktuell die Führungsposition bei der KI-Entwicklung ein. Rund 40 Prozent aller KI-Unternehmen sollen aus den USA stammen. Bekannte Branchenriesen wie Google etablieren zudem neue Standards für die ganze Industrie. So verblüfte Google die Tech-Szene im Mai mit dem digitalen Assistenten Duplex, der bei einem Friseur anrief und einen Termin reservierte. Der Test verdeutlichte, dass die Mitarbeiterin aus dem Friseursalon nicht bemerkte, dass das Gespräch durch eine künstliche Intelligenz geführt wurde.

Doch auch Riesen wie Apple, Facebook, Amazon und Microsoft investieren Milliardenbeträge in die Forschung und Entwicklung. Die US-Regierung verfügt dahingegen über keine eigene Strategie zur Entwicklung der Technologie. Noch unter dem Ex-Präsidenten Barack Obama wurde eine Strategie zur Förderung der Technologie ausgearbeitet, doch unter Trump wurde diese bisher nicht verfolgt. Das passt zum aktuellen Präsidenten, denn die Erfolge des Vorgängers werden im Regelfall nicht fortgesetzt oder schlichtweg ignoriert.

 

China setzt auf eine Zentralisierung

China ist das Gegenbeispiel zur USA und setzt auf eine Zentralisierung der Entwicklung. Der aktuelle Staatschef glaubt an einen Erfolg durch eine strikte Planung und kündigte an, dass das Land bis 2030 die Nummer eins beim Thema künstliche Intelligenz sein wird. Demnach soll bis 2020 neue Theorien entwickelt werden und im Jahr 2025 der Durchbruch bei der Technologie stattfinden. Bis 2030 soll die KI-Industrie einen Wert von 150 Milliarden Dollar umsetzen.