Green Dot – Der Underdog auf dem Payment-Markt

In unserer Serie über den globalen Payment-Markt haben wir in den letzten Wochen einen Marktüberblick gegeben und anschließend unsere Skepsis gegenüber der Wirecard Aktie bekundet.

Mit Mastercard und Paypal aus der westlichen sowie Alibaba und Tencent aus der östlichen Welt haben wir bereits vier Profiteure der Digitalisierung des Payment-Marktes im Portfolio des DLF.

Wir sind auch von Square und Adyen überzeugt was die weitere wirtschaftliche Entwicklung angeht.

Aber für ein gutes Investment reicht das nicht, da muss auch eine Bewertung der Aktie hinzukommen, die für die Zukunft bei positiver Unternehmensentwicklung weitere Kursgewinne wahrscheinlich werden lässt.

Und leider ist die Bewertung dieser Payment-Aktien der Realität zwei bis drei Jahre vorausgelaufen.

Dennoch haben wir einen weiteren Profiteur des Wandels im Payment-Markt ins Portfolio des DLF aufgenommen, den wir im folgenden Artikel vorstellen werden: Green Dot. Um über weitere Investments informiert zu bleiben, können Sie hier den Newsletter des DLF abonnieren.

Der US-Player ist im deutschsprachigen Raum noch weitgehend unbekannt, obwohl Green Dot immerhin eine Marktkapitalisierung von über $4,5 Milliarden vorzuweisen hat.

 

Green Dot – Die Historie

Green Dot wurde in 1999 von Steve Streit gegründet, der das Unternehmen noch heute als CEO führt.

Nach dem IPO in 2010 zu einem Wert von anfänglich $2 Milliarden mussten die Aktionäre von Green Dot immer weiter sinkende Aktienkurse verkraften.

Da das Wachstum enttäuschte, verlor das Unternehmen zunächst über 75 Prozent gegenüber dem Preis zum Zeitpunkt des IPOs.

Seit 2016 hat der Kurs jedoch gedreht, die Green Dot Aktie hat seitdem um über 300 Prozent gewonnen. Und zwar aus gutem Grund!

In den letzten 2 Jahren kletterte die Green Dot Aktie über 300% nach oben. (Chart: Finanztreff)

 

Green Dot - Die ersten 10 Jahre

Ursprünglich entstand Green Dot aus der Idee heraus, die Karten von Visa und Mastercard denjenigen US-Bürgern zugänglich zu machen, die vom etablierten Bankensystem ausgegrenzt wurden, weil sie als nicht kreditwürdig gelten.

Daher gilt Green Dot heute als Erfinder der Prepaid-Karten und verkaufte seine Debit-Plastikkarten seit 2000 mit großem Erfolg in Supermärkten, Tankstellen und Drogerien.

2004 hat das Unternehmen sich geöffnet und auch anderen Prepaid-Karten die Nutzung einer damals innovativen Funktionalität ermöglicht.

Natürlich gegen Entrichtung einer Gebühr an Green Dot.

Das „Green Dot Network“ war geboren und wurde bereits zum IPO in 2010 von über 100 Wettbewerbern genutzt.

 

Die erste Mobile Bank der USA

In 2013 entwickelte das Unternehmen mit "GoBank" eine weitere große Innovation.

Das „GoBank“ Konto war das erste Bank-Konto in den USA, das komplett für die Kontoeröffnung und Nutzung via Smartphone konzipiert wurde.

Also sehr ähnlich wie der in Europa erfolgreiche Ansatz von N26, die übrigens (Zufall oder nicht?) ebenfalls in 2013 begonnen haben.

Mit GoBank entwickelte Green Dot die erste mobile Bank der USA

 

Green Dot als BaaS Plattform

Seit 2016 wandelt sich Green Dot von der Preapid-Karten Firma zu einer digitalen “Banking as a Service“ (BaaS) Plattform.

Anderen Banken und großen Unternehmenskunden wird der unkomplizierte und risikoarme Eintritt in den Mobile Banking Markt mit eigenen Debitkarten und den zugehörigen Konten angeboten.

Uber war der erste Kunde, der die Green Dot Plattform nutzt, um seine Fahrer zu bezahlen.

Ende 2017 wurde bekannt, dass sogar Apple für seinen Apple Pay Cash Service die Plattform von Green Dot nutzt.

So können sich die Nutzer von iMessages zum Beispiel untereinander Geld senden.

Der Re-Positionierung als offenes Plattformunternehmen ist es zu verdanken, dassGreen Dot seit 2017 wieder deutlich schneller wächst.

Der Umsatz ist in 2017 (auch akquisitionsbedingt) um 24 Prozent gewachsen nach zumeist nur einstelligem Wachstum in den Vorjahren.

Das organische Wachstum betrug zuletzt 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr und sollte sich in den nächsten Quartalen noch etwas weiter beschleunigen.

 

Ein profitables Plattform-Unternehmen

Die Gross-Margins liegen seit vielen Jahren schon über 80 Prozent.

Unterm Strich verdient das Unternehmen gutes Geld mit operativen Margen von etwas über 10 Prozent.

Noch wichtiger ist die Entwicklung des Free Cashflows, der sich in 2017 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt hat.

Die Free Cashflow-Marge liegt damit bei ungefähr 20 Prozent.

Der Gewinn pro Aktie hat sich in 2017 verdoppelt auf 1,61$ und wird in 2018 wohl weiter deutlich steigen in Richtung 3$ pro Aktie.

Die Green Dot Aktie ist allerdings bei Kursen um 87$ und einem KGV von circa 30 auch kein Schnäppchen mehr.

 

Green Dot – Fazit

Es wird vor Allem darauf ankommen, ob die Neupositionierung von Green Dot als Banking as a Service Plattform weiterhin so gut vorankommt.

Der bisherige Gewinn von renommierten Kunden wie Walmart, Uber, Intuit und Apple ist vielversprechend.

Green Dot kann mit seiner BaaS-Plattform den Enterprise Kunden und Tech-Riesen schnell und ohne großes Risiko den Einstieg in das Mobile Banking ermöglichen.

Und genau dieser Mehrwert sollte auf großes Interesse stoßen.

Allerdings wird das Mobile Banking bisher kaum vermarktet.

Sollte das in Zukunft überzeugend gelingen, könnte Green Dot mit seiner BaaS Plattform schnell in die ambitionierte Bewertung hinein- und darüber hinauswachsen.

Wir sehen Green Dot zudem als ein begehrtes Übernahmeziel.

Und zwar nicht nur für eine Bank, die digital aufrüsten muss, sondern noch mehr für Apple oder einen der anderen Tech-Giganten.

Facebook zum Beispiel könnte mit Green Dot einen enormen Mehrwert für seine riesige WhatsApp-Kundenbasis bieten und damit schneller zu der überlegenen Funktionalität von Alipay oder Tencents WeChat Pay aufschließen.

Für das Portfolio des DLF haben wir eine vorsichtige Anfangsposition der Green Dot Aktie erworben und werden in den nächsten Quartalen ganz genau beobachten wie sich das Plattformgeschäft weiterentwickelt.

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