GroKo lässt Börse aufatmen

Nachdem der Mitgliederentscheid der SPD-Basis (Bekanntgabe am Sonntag, 4. März 2018) eine Große Koalition zwischen den Unionsparteien und der SPD ermöglicht hatte, schöpften auch die Anleger wieder Mut und schoben durch Käufe den deutschen Leitindex nach oben. Allerdings lag gleichzeitig der Schatten der wahrscheinlichen US-Importzölle über der globalen Finanzwirtschaft, weshalb es zur Börseneröffnung am Montag zunächst ein Dax-Kursgap (Lücke) nach unten gab.

Vom Start im vorbörslichen Handel bei 11.800 Punkten - immerhin rund 200 Punkte unter dem Schluss vom Freitag - stieg der Daxkurs dann um über 350 Punkte nach oben, was für einen einzigen Handelstag ein beträchtlicher Zugewinn ist. Das war zweifellos der Erleichterung über die deutsche Regierungsbildung geschuldet. Gleichzeitig ging die viertägige Minusserie der Vorwoche zu Ende. Dazu trugen auch gute US-Konjunkturdaten bei. Der MDAX und der TecDAX stiegen ebenfalls deutlich an.

Der positive Impuls durch die Nachrichten zur GroKo fiel umso deutlicher aus, als dass die Kursverluste der letzten Wochen bei allen führenden Indizes rational nicht so recht zu begründen waren. Experten gehen davon aus, dass die Aktienkurse inzwischen etwas überhitzt sind. Es reichten Ende Januar 2018 gute Arbeitslosenzahlen in den USA mit der nachfolgenden Erwartung stärkerer Leitzinsanhebungen durch die Fed, um einen Mini-Crash auszulösen. Dieser war auch technisch bedingt, weil große Investoren ihre Stopps allein schon als Vorsichtsmaßnahme relativ dicht an den Kurs herangezogen hatten. Sie wurden bei den ersten Verkäufen dann kaskadierend ausgelöst (sogenannter Flash Crash). Aus rein fundamentaler Sicht ist das eine (mehr oder weniger gesunde) Korrektur. Die großen Volkswirtschaften befinden sich aber auf stabilem Wachstumskurs. Wenn es nicht die Rhetorik von Donald Trump gäbe, müssten wir uns kaum Sorgen machen.
 

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