Großer Hedgefonds verkauft seine Anteile an Apple

Der bekannte Hedgefonds-Manager David Einhorn hat sich von seinen verbliebenen Apple-Aktien getrennt. Nachdem er bereits letztes Jahr einen großen Teil seiner Anteile veräußerte, löschte er Apple nun komplett aus seinem Portfolio und erreichte somit Verkäufe in Höhe von 40 Millionen Euro. Als Begründung gab er vor allem an, dass die hohe Bewertung der Aktie ihm Sorgen bereite. Noch problematischer sieht er allerdings die momentan angespannte Situation im Handel mit China. Apple hat dort einen großen Teil seiner Produktion liegen und könnte ein sichtbares Opfer werden, wenn sich die Volksrepublik dazu entscheiden sollte, auf den Handelskrieg und die zunehmenden Zölle der USA mit einem Gegenschlag zu reagieren.

Einhorn hat allerdings bereits beim letzten Verkauf seiner Anteile einen Fehler gemacht. Er hat seine Aktien zu früh verkauft und somit den Boom der Aktie in den letzten Quartalen nicht mehr mitbekommen. Trotzdem sind seine Sorgen natürlich nicht unbegründet. Bereits seit einiger Zeit merken Experten an, dass der Handelskrieg mit China zu einem Problem für die Unternehmen werden könnte, die in den letzten Jahren ihre Produktion in China gesteigert haben. Für China selbst gibt es momentan keine Produkte mehr, auf die sie neue Zölle legen könnten - entsprechend wahrscheinlich ist es, dass man sich dort überlegen wird, wie man anders auf die neuen Maßnahmen aus Washington reagieren kann.


Zinsen und angebliche Skandale üben Druck auf Tech-Unternehmen aus

Laut der Aussage vieler Analysten sind es vor allem die gestiegenen Zinsen, die nun negative Vorausblicke auf die Entwicklung der Kurse verursachen. Die Notenbank hatte die Zinsen erstmals wieder angehoben, um auf die neue wirtschaftliche Situation in den Vereinigten Staaten zu reagieren. Allerdings ist es fraglich, ob diese Sicht der Dinge tatsächlich stimmt. Fakt ist, dass es eigentlich keinerlei Beweise für die Theorie gibt, dass die steigenden Zinsen ein schlechtes Zeichen sind. Ganz im Gegenteil, gerade in Verbindung mit der Auseinandersetzung mit China deuten die steigenden Zinsen vor allem auf eine Belebung der Wirtschaft hin. Interessanter könnte dabei ein Blick auf die neusten Entwicklungen in der Branche sein.

Grund scheint vor allem ein Bericht der Agentur Bloomberg zu sein. Diese hat angegeben, dass verschiedene Komponenten moderner Geräte, die in China produziert werden, mit Spionage-Chips versehen worden sind. Momentan gibt es noch deutliche Zweifel an dieser Berichterstattung, haben doch alle beteiligten Firmen und selbst das Heimatschutzministerium der USA dem Bericht widersprochen. Trotzdem kam es nach der Veröffentlichung der Berichte vor allem bei chinesischen Technologie-Firmen zu einem deutlichen Kursrutsch, was am Ende auch einen direkten Einfluss auf die gesamte Bewertung des S&P 500 hatte.


Amerikanische Wirtschaft und die Zukunft

Alles in allem ist also die Bewertung der verschiedenen Titel und der allgemeinen wirtschaftlichen Situation in den USA umstritten. Während die eine Seite sich darauf beruft, dass die Anhebung der Zinsen ein eher schlechtes Zeichen für die Wirtschaft ist, weisen andere darauf hin, dass der Schritt zur Bekämpfung der erheblich steigenden Inflation dringend notwendig gewesen ist. Für die Aktien der großen Tech-Firmen in den USA stellt sich die Frage, ob die vergangenen Woche nur ein kurzfristiges Problem war, oder ob der Höhenflug von Titeln wie Apple und Amazon entgegen der ersten Erwartungen bereits jetzt beendet ist.