Helaba verzichtet auf ein Gebot für die Nord LB

Nach der HSH Nordbank befindet sich auch die Nord LB noch immer in enormen finanziellen Schwierigkeiten. Um die klaren Bedingungen aus Brüssel zu erfüllen, sind bis zum Jahresende verschiedene Einzahlungen nötig, um die eigene Kapitalbasis auf gesunde Füße zu stellen. Auf der Suche nach einem Investor oder einem Partner gibt es nun aber eine Absage vom letzten öffentlichen Interessenten: Die hessisch-thüringische Landesbank hat sich vorerst aus dem Wettbieten um die Anteile aus der Nord LB zurückgezogen.

Die Anteilseigner der Helaba, die vor allem aus Sparkassen besteht, haben für ein mögliches Gebot Bedingungen an die Nord LB und die angehängten Sparkassen gestellt. Dazu gehörten eine gemeinsame Finanzpolitik mit einem entsprechenden Werkzeug für Sanktionen und ein gemeinsamer Fonds, der für die Haftungen genutzt wird. Dabei fühlten sich die Vertreter der niedersächsischen Sparkassen allerdings in die Ecke getrieben und haben ihren Verzicht darauf mitgeteilt, die entsprechenden Bedingungen zu erfüllen. Die Konsequenz daraus ist, dass die Helaba vorerst auf ein Gebot verzichtet, das zu einer Übernahme der in Schieflage geratenen Nord LB geführt hätte. Man wolle sich aber nicht vollkommen einer Möglichkeit entziehen, zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aktiv zu werden.

In jedem Fall zieht sich somit der letzte mögliche Bieter zurück, der aus dem öffentlichen Raum kommt. Die restlichen fünf vermeintlichen Investoren, die an einer Übernahme interessiert sind, kommen aus dem privaten Bereich. Eine mögliche Privatisierung, wenn auch nur in Teilen, ist damit immer wahrscheinlicher.


Mögliche Angebote aus dem privaten Sektor - und von der Commerzbank

Die Commerzbank, die sich seit der Finanzkrise wenigstens zum Teil in staatlicher Hand befindet, soll dem Vernehmen nach dazu gedrängt worden sein, selbst ein Angebot für die Anteile der Nord LB abzugeben. Darüber hinaus sind weitere private Investoren dazu bereit, sich künftig an den norddeutschen Banken zu beteiligen und entsprechend in das Geschäft mit den Sparkassen einzusteigen. Entstanden ist die Situation vor allem durch die Risikoverwaltung seitens der Bankenaufsicht. Diese fordert bis zum Ende des Jahres 3,5 Milliarden Euro zusätzliches Eigenkapital bei der Nord LB. Das Land Niedersachsen ist bereit sich mit 2,5 Milliarden Euro zu beteiligen, für die restliche Summe wird ein Investor gesucht, der entsprechende Anteile der Nord LB in der Zukunft übernehmen würde.

Problem ist dabei auch die Forderung der EU, dass mindestens ein externer Investor an der Beschaffung des Kapitals beteiligt ist. Somit kann das Land Niedersachsen nicht alleine die entsprechende Summe übernehmen - auch der Bund scheidet als weiterer Eigner vorerst aus. Damit befindet sich die Nord LB als die zweite norddeutsche Landesbank in einer Situation, in der eine Privatisierung von Teilen der Bank zumindest nicht mehr ausgeschlossen ist. Schon die HSH Nordbank ging nach der eigenen Schieflage zu Teilen an ein Konsortium, an deren Spitze ein privater Investor steht. Cerberus, der Eigner der HSH Nordbank, soll auch großes Interesse an den Anteilen der Nord LB haben.