Konkurrenz für Alexa & Co: IBM kommt mit neuem Sprachassistenten

Auf der Think 2018 stellte IBM den neuen Watson Assistant vor. Dieser soll den etablierten Sprachassistenten von Google, Amazon und Apple Konkurrenz machen und dabei nicht automatisch alle Nutzerdaten auf den IBM-Servern abspeichern.

Watson Assistant kein integraler Bestandteil von Geräten


Der IBM-Sprachassistent wird nicht von IBM auf die Geräte der Nutzer gebracht. Vielmehr öffnet IBM die entwickelte KI für Entwickler, sodass diese den Sprachassistenten anschließend in neue Apps und Programme einbauen können. Watson Assistant soll auch deutlich mehr Freiheiten als die Konkurrenz von Apple, Google und Amazon bieten. Insbesondere die starren Aktivierungswörter wie „Alexa“, „Hey Siri“ oder „Ok Google“ sollen demnach wegfallen.

Bekannt wurde Watson, die künstliche Intelligenz von IBM, bereits vor einigen Jahren. Watson gilt bereits heute als eine sehr fortschrittliche KI, sodass das IBM bereits Kooperationen mit Versicherern und Automobilherstellern wie BMW abschließen konnte. In den kommenden Jahren soll Watson ein wichtiger Indikator für das weitere Wachstum des Unternehmens darstellen und den Eintritt in den Markt des autonomen Fahrens ebnen. Doch auch die Automatisierung von standardisierten Prozessen ist ein mögliches Einsatzfeld von Watson, sodass der Sprachassistent ein sinnvoller und logischer Schritt ist. Die Funktionalität soll der von Google oder Amazon ähneln. Allerdings wird dabei nicht auf eine eigene Hardware gesetzt, sondern auf die Integration über Apps.

Der Watson Assistant kann somit in verschiedene Systeme eingebunden und durch benutzerdefinierte Kommandos aktiviert werden. So ist beispielsweise der Einsatz in Kommunikationssystemen von Hotels denkbar, bei denen der Kunde den Zimmerservice per Sprachbefehl beauftragen könnte. Doch auch der Einsatz im smarten Fahrzeug der Zukunft scheint realistisch. In diesem Szenario könnte der Kunde die komplette Bedienung der Navigation oder des Infotainments über die Sprache steuern.

IBM wird nicht automatisch zum Datensammler


Viel wichtiger ist jedoch der Umstand, dass der Watson Assistant nicht automatisch die gesammelten Daten der Geräte auf den IBM-Servern abspeichert. Im Zentrum der neuen Technologie sollte nicht das Konkurrenzdenken stehen, sondern ein Handeln, welches den weiteren technologischen Fortschritt fördere. Zudem werde der Markt aktuell von einer Aufbruchsstimmung beherrscht, die es nur alle 25 gäbe. Resultat dieser Aufbruchsstimmung sollten viele Gewinner sein und nicht wenige Unternehmen, die den gesamten Markt beherrschen.

Zum aktuellen Zeitpunkt wird der Markt der Sprachassistenten von Amazon beherrscht. Das Unternehmen veröffentlichte seinen Sprachassistenten Alexa zu einem frühen Zeitpunkt und konnte somit viele smarte Lautsprecher in den Haushalten platzieren. Tests bescheinigen oftmals, dass Alexa nicht die beste KI am Markt ist, dennoch bietet Amazon das breiteste Produktportfolio und kann somit ständig neue Kunden akquirieren. Für IBM, Goolge und Apple bedeutet dieser Umstand, dass der Abstand zu Amazon verringert werden muss, da ansonsten die technologische Führerschaft verloren geht.

Die ersten konkreten Anwendungsbeispiele


Im Rahmen der Keynote nannte IBM bereits erste Anwendungsbeispiele für Watson Assistant. So integriert beispielsweise die Samsung Tochter Harman den Watson Assistant in den Maserati GranCabrio. Zusätzlich wird Pepper, der kleine IBM Roboter, die Reisenden des Münchener Flughafens zukünftig beim Finden des passenden Terminals unterstützen. Insbesondere Pepper braucht dringend ein Update, da der aktuelle Funktionsumfang noch recht bescheiden ist. Der Einsatz des Watson Assistant sorgt somit für komplett neue Einsatzmöglichkeiten.