Ifo-Geschäftsklimaindex besser als erwartet

Plötzlich war sogar von einem „Sommerhoch“ die Rede: Der Ifo-Geschäftsklimaindex sorgte im Monat August für eine unglaubliche Überraschung, da er wesentlich höher als von den Analysten prognostiziert ausfiel. Ifo-Präsident Fuest sehe die „deutsche Wirtschaft im Sommerhoch“. Kritische Stimmen sind jedoch der Meinung, dass noch keine „Trendwende beobachtet“ werden kann - für „Euphorie sei es ebenfalls noch zu früh“.

Die Stimmung ist hervorragend - folgt man dem Ergebnis des Münchner Info-Instituts, so kletterte der Geschäftsklimaindex von 101,7 Punkte auf 103,8 Punkte. Das heißt: Deutschlands Chefetage, befragt wurden rund 9.000 Manager, geht es so gut wie schon lange nicht mehr. Das Ergebnis überraschte sogar die Ökonomen, die von einem Wert um die 101,9 Punkte ausgingen. „Ja, da kann man schon sagen, die deutsche Wirtschaft sei im Sommerhoch“, so Clemens Fuest, der Ifo-Präsident. „Einerseits ist es natürlich die Tatsache, dass es bezüglich des Handelskonflikts mit den Vereinigten Staaten zum Waffenstillstand gekommen ist, andererseits muss in diesem Zusammenhang auch die extrem starke Binnenkonjunktur Erwähnung finden.“ Der wohl für die deutsche Wirtschaft wichtigste Frühindikator hat sich im Jahr 2018 aufgrund des Handelskonflikts zwischen den Vereinigten Staaten, China und der Europäischen Union deutlich eingetrübt.

 

Volkswirtschaft: Plus von 0,5 Prozent

Einerseits sprechen die Führungskräfte von einer besseren Geschäftslage, andererseits sind sie auch der Meinung, die Aussicht für das bevorstehende halbe Jahr sei ebenfalls gut. Bauboom und Konsum seien schlussendlich auch die Motoren für die Konjunktur. So konnte Europas größte Volkswirtschaft um 0,5 Prozent im zweiten Quartal zulegen - zu Beginn des Jahres lag man bei 0,4 Prozent. Aufgrund zahlreicher Risiken, so etwa den immer näher kommenden Brexit, also dem Austritt Großbritanniens aus der EU, der türkischen Währungskrise und auch der Gefahr eines neuerlichen Aufkommens des Handelskriegs zwischen den USA und der EU, waren die Experten der Meinung, die Konjunktur und die Stimmung der Chefetagen würde nur langsam nach oben klettern. Deutschlands Bruttoinlandsprodukt scheint 2018 mit rund 2 Prozent weniger als in den Vorjahren - je 2,2 Prozent - zuzulegen.

 

Es gibt auch warnende Stimmen

„Noch gibt es aber keine Entwarnung, obwohl man schon sagen kann, dass man keine Angst vor einem unmittelbaren Konjunkturabschwung haben muss“, so ein Chefvolkswirt der Landesbank LBBW. „Euphorie ist dennoch nicht angebracht, weil von einer Trendwende erst dann die Rede ist, wenn drei Anstiege hintereinander diagnostiziert werden konnten. Zudem darf ein neuerliches Aufflammen eines Handelskrieges mit den USA nicht ausgeschlossen werden.“