Im Freihandel liegt die Zukunft

Während Donald Trump vom Weißen Haus aus jeden Monat neue Angriffe auf den Welthandel beginnt, Strafzölle erlässt und bereits bestehende Abkommen aufkündigt, gibt es an anderer Stelle der Welt bessere Nachrichten. So hat die Europäische Union gerade einen der größten Freihandels-Verträge aller Zeiten mit seinem Partner Japan bekanntgegeben. Es ist auf der einen Seite ein Zeichen Richtung Washington, dass man sich die Handelspolitik nicht von den Amerikanern diktieren lassen wird. Es zeigt aber auch, dass der Freihandel noch immer die Zukunft für die globalisierte Welt ist. 

 

Neuer Handelsvertrag mit Japan ist ein gutes Zeichen 

Nach den Entwicklungen der letzten Monate schien es bereits so, als wäre die Idee vom globalen Freihandel gestorben. Nach seiner Wahl kündigte Präsident Donald Trump recht schnell an, dass er die verschiedenen Abkommen der USA genau prüfen und bei Bedarf aufkündigen würde. Das haben bereits die asiatischen Staaten - unter anderem Japan - zu spüren bekommen, aber auch die traditionell wichtigen Handelspartner Kanada und Mexiko, die mit den USA das sogenannte NAFTA-Abkommen haben. Der nächste Schritt war die offene Konfrontation zwischen China und der USA. Die Menge an Strafzöllen, die die USA in den letzten Monaten gegen ihre Handelspartner erlassen haben ist beispiellos und führt dazu, dass der globale Handel immer schwieriger wird. 

Da passt es gut, dass die EU mit dem neuen Freihandelsabkommen mit Japan eine passende Antwort darauf geschaffen hat. Japan gilt als einer der wichtigsten Handelspartner außerhalb der Europäischen Union und spielt schon seit vielen Jahren eine wichtige Rolle für den Freihandel. Zusammen mit dem neuen Abkommen demonstriert man auf diese Weise nicht nur, dass der Handel nicht alleine von den USA abhängig ist, sondern dass man an der bestehenden globalisierten Welt festhalten möchte. Freie Grenzen, Welten und tolerante Werte sind nur die Nebenbotschaften, die dieses neue Abkommen der Welt vermitteln möchte. Und natürlich, dass man sich nicht davon abhängig macht, dass die USA unter Donald Trump zunehmend in eine Welt des Isolationismus abdriftet, der in dieser Form zuletzt in den 1930er Jahren zu bemerken war. 

 

Kritische Stimmen gegen die Handelsabkommen bleiben

So positiv die Botschaft auch sein möchte, so sehr gibt es innerhalb und außerhalb der Reihen der EU Kritiker gegen die Abkommen. Besonders innerhalb der Union ist mit den neuen Regierungen und den mitunter populistischen Bewegungen festzustellen, dass der Freihandel mit der Welt noch immer kritisch gesehen wird. Jüngstes Beispiel sind zum Beispiel die Italiener, die mit ihrer neuen Regierung angekündigt haben, dass sie das Abkommen mit Kanada blockieren möchten. Das wird natürlich zu einem Problem, da die Ratifizierung bis zu einem bestimmten Datum erledigt sein muss und die entsprechenden Übergangsfristen zeitnahe auslaufen werden. 

So sehr die EU also auch auf den Freihandel setzt, so sehr muss sie die Verbündeten in den eigenen Reihen von der Notwendigkeit überzeugen. Sonst ist zu befürchten, dass die Bemühungen am Ende ohne Früchte bleiben werden. Es ist noch viel Arbeit zu erledigen aber das Abkommen zwischen der EU und Japan ist ein wichtiger Schritt und eine noch wichtigere Botschaft in die Richtung der ehemaligen Partner auf der anderen Seite des atlantischen Ozeans.