Im Internet mit D-Mark zahlen?

Das Internet ist ein Innovationstreiber, sodass veraltete Standards oftmals frühzeitig abgelehnt werden. Nun gab jedoch ein Online-Shop an, dass dieser mit der ehemaligen deutschen Währung, der D-Mark, gute Geschäfte macht.


Internetkaufhaus handelt mit D-Mark

Bei „Hertie.de“ handelt es sich um ein modernes Onlinekaufhaus, welches über mehr als 1,2 Millionen Produkte aus den Bereichen Haushalt und Garten verfügt. Das Unternehmen verfügt zudem über zahlreiche Partnerschaften und in Deutschland das wohl einzige Onlineunternehmen, welches die D-Mark als offizielles Zahlungsmittel akzeptiere. Unter dem Punkt der akzeptierten Zahlungsmittel findet sich neben etablierten Standards wie Paypal, Kreditkarten oder Lastschriften auch die D-Mark wieder.

Am Mittwoch, den 20. Juni 2018 wäre die D-Mark nun 70 Jahre alt geworden. Um dieses Jubiläum zu feiern, hat das Unternehmen im Rahmen einer Marketingaktion eine Torte angeschnitten. Dieser Marketingmaßnahme soll vor allem die Aufmerksamkeit der Kunden erregen, sodass diese wissen, dass die D-Mark als offizielles Zahlungsmittel akzeptiert wird. Diese Werbemaßnahme hat bereits das Interesse eines italienischen Fernsehsenders auf sich gezogen. Dieser nimmt an, dass im Land ein größeres Interesse an den alten Staatswährungen entstehen wird, sobald die neue Regierung etabliert wurde. Auch das Museum in Xanten, welches eine Ausstellung zum Thema „70 Jahre D-Markt“ veranstaltet, hat die Betreiber des Shops eingeladen. Bei den Betreibern des Webshops handelt es sich um Jan und Nils Klöker aus Osnabrück. Die beiden Unternehmer haben die Namensrechte des Onlineshops im Rahmen der Insolvenz des Kaufhauses erworben. Dieser Name sollte anschließend beibehalten werden, führte bei den Kunden jedoch zu Verwirrung. Aus diesem Grund gab es etwa Bewerbungen von Verkäufern mit dem Ziel in einer – nicht mehr vorhandenen – Filiale zu arbeiten. Doch auch andere Kuriositäten wie Anfragen zu Wartungsverträgen oder Entschuldigungen aufgrund von Diebstählen zählen zu den Anekdoten der Betreiber.


Reges Interesse am Zahlungsmittel D-Mark
 

Dass das Marktinteresse gegenüber der D-Mark groß ist, verdeutlicht der Umstand, dass das Unternehmen bereits einen größeren fünfstelligen Betrag einnehmen konnte. Allerdings ist die Zahlung mittels D-Mark verhältnismäßig schwer, denn professionelle Zahlungsanbieter ermöglichen die Zahlungsabwicklung der ehemaligen Währung nicht. Somit müssen Interessenten das Geld mittels eines Wertbriefes der Post an die Versandadresse des Onlineshops schicken. Nach dem Geldeingang erhalten die Kunden einen entsprechenden Gutschein für den Onlineshop.

Dieser Geldhandel ist grundsätzlich legal und mit der Bundesbank abgestimmt. Sämtliches Geld wird anschließend an diese weitergeleitet. Die Idee für den D-Mark-Handel kommt von einem ehemaligen Auszubildenden. Die bekannten Tausender sind bisher noch nicht beim Startup eingegangen. Der registrierte Höchstbetrag belief sich auf 340 Mark, wobei der Durchschnitt bei rund 140 Mark liegt. Interessant für die Kunden ist zudem der Wechselkurs, welcher eigentlich durch den Euro-Wechsel eingefroren wurde. So würden Kunden für 100 Mark nur 51,13 Euro erhalten. Beim Onlineshop erhalten die Kunden allerdings 56 Euro. Dies liegt allerdings an den anfallenden Versandkosten.