In Deutschland wird immer weniger gegründet

Die Zahl der Gründungen waren, wenigstens gefühlt, schon immer nicht vergleichbar mit denen aus den USA, Japan oder anderen führenden Industrienationen. Nicht umsonst haben Politiker aus den verschiedensten Bereichen kritisiert, dass Deutschland nicht wirklich ein Standort für Innovation und Entwicklung ist.

Ohne Frage lag das an den mitunter schlechten Förderungen und den allgemein eher problematischen Bedingungen - zumindest im Vergleich mit dem führenden Standort USA. Während sich diese Rahmenbedingungen verbessert haben, zeigen Statistiken nun, dass die Zahl der Gründungen trotzdem weiter sinkt.

Die Zahl der Start-Ups geht zurück - Gründungen werden aber populär 

Der Trend zum Start-Up hat in Deutschland zuletzt durchaus an Beliebtheit gewonnen. Mit Sendungen wie "Die Höhle der Löwen" wurde auch einer breiten Masse an Zuschauern bekannt, dass es in Deutschland durchaus Menschen gibt, die sich an innovativen Produkten versuchen. Den Experten in der deutschen Wirtschaft ist das natürlich klar. Allen voran die Metropolen Berlin, Frankfurt, Köln und Hamburg haben sich zu den Zentren von Start-Ups in den verschiedensten Branchen entwickelt. Während Berlin inzwischen durchaus ein Name auf der Weltkarte für Agenturen ist, gehört Frankfurt zum Beispiel zum Standort für manch aufstrebendes Unternehmen aus dem Bereich FinTech.

Diese neue Popularität, die die Start-Ups in der internationalen Gemeinschaft genießen, kann sich aber interessanterweise nicht wirklich in Zahlen bestätigen lassen. Ganz im Gegenteil: Gerade einmal 557.000 Menschen haben sich im Jahr 2017 für die Gründung eines Unternehmens entschieden. Das ist ein Minus von 17 Prozent. Davon sind auch gerade einmal 234.000 Menschen in eine Gründung in Vollzeit gegangen. Noch immer betreiben viele Deutsche das Gewerbe vor allem als Nebenberuf, um die Annehmlichkeiten von Sozialversicherungen und sicherem Einkommen nicht zu verlieren.

Gründe gibt es dafür einige: Die mitunter schwer zu erhaltenden Förderungen, die soziale Unsicherheit und nicht zuletzt der boomende Arbeitsmarkt sind die Verantwortlichen. Für viele Fachkräfte lohnt der Gang in die Selbstständigkeit nicht, da sie so gefragt in ihren Branchen sind, dass die gezahlten Gehälter nicht einfach so in einer eigenen Unternehmung erreicht werden können. Damit sind zumindest die wirtschaftlichen Ziele bei einer Selbstständigkeit nicht gegeben.

Lage für Start-Ups ist besser als es aussieht 

Von diesen Zahlen sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen. Gerade die Verbindung mit dem guten Arbeitsmarkt sorgt für eine gewisse Einordnung der vorhandenen Zahlen. Tatsächlich arbeiten in Deutschland die verschiedensten Branchen und Teilnehmer daran, dass Start-Ups auch in der Bundesrepublik wieder zu einem Thema werden. Förderungen werden nun deutlich schneller bewilligt und gerade in den schweren Anfangszeiten stehen Geldgeber von staatlicher und privater Seite für gute Ideen inzwischen zur Verfügung. Das verschafft eine gewisse Sicherheit in diesen ersten Monaten der Unsicherheit sowie ein gutes Umfeld.

Auch ThinkTanks und Strategien wie die Scale 11 auf der CeBIT helfen weiter. Hier treffen Gründer in einer Art SpeedDating auf potentielle Investoren und können ihre Ideen präsentieren. Deutschland hat noch Nachholbedarf, wenn es darum geht, ein gutes Klima für Unternehmensgründungen in innovativen Bereichen zu schaffen. Der Rückstand wird aber Stück für Stück aufgeholt und der gute Ruf, den Städte wie Berlin und Frankfurt bei Gründern genießen, zeigt, dass es trotz der Zahlen der KfW in eine gute Richtung geht.