Indexmonitor Januar 2021: „Reddit Army“ verhagelt die Stimmung

Beispiel S&P 500: In Erwartung eines billionenschweren Konjunkturpakets der neuen US-Regierung hatte die Wall Street noch am 26. Januar ein neues Allzeithoch markiert. Aber als dann eine Schar von Kleinanlegern die Kurse von Aktien mit hohen Leerverkaufspositionen hochkaufte und damit namhafte Hedgefunds in die Bredouille brachte, war die Rekordjagd schlagartig vorbei. Die Kurse knickten ein und der Leitindex beendete den ersten Monat des neuen Jahres sogar mit einem Verlust von 1,1% (bzw. 0,4% in Euro).


Ein schlechtes Omen für 2021 ist das allerdings nicht: In den vergangenen 63 Jahren hatte der seit dem 4. März 1957 börsentäglich kalkulierte S&P 500 insgesamt 25-mal ein Januar-Minus zu verzeichnen – aber nur zwölfmal war das Vorzeichen dann auch am Jahresende negativ. Das von Medien gern beschworene „Januar-Orakel“ ist mithin bloß ein Mythos.


Zweifel an Bitcoin bleiben

Einen durchwachsenen Jahresauftakt haben auch die Anleihen-Märkte erlebt. Sowohl europäische und US-amerikanische Zinspapiere als auch die höher verzinsten Emerging Markets-Bonds mussten leichte Kursverluste hinnehmen. Zwar geht man allgemein davon aus, dass die Notenbanken die Geldschleusen weiter offenhalten werden. Dennoch bleibt ein steigendes Unwohlsein im Hinblick auf die im Zuge der Corona-Maßnahmen ausufernde Verschuldung vieler Staaten. Hinzu kommen aufkeimende Inflationsängste. So hat etwa der über einen Lyxor-ETF handelbare Markit-Index für die Inflationserwartung in Deutschland und Frankreich im Januar ein Sechs-Monats-Hoch erreicht.


Alle Ausgaben des Indexmonitors im Überblick:

Indexmonitor 2020: Von Pandemie-Gewinnern und altbekannten Performance-Flops

Indexmonitor 2020: (K)ein Jahr der Extreme!?

Indexmonitor November 2020: Die Letzten werden die Ersten sein

Indexmonitor November 2020: Impfstoffe als Börsen-Steroide

Indexmonitor Oktober 2020: Tech-Aktien können auch fallen

Indexmonitor Oktober 2020: China First – und Europa hintendran


Davon konnten allerdings weder Immobilien(-aktien) noch Gold profitieren, während bei Bitcoin den vierten Monat in Folge ein zweistelliges Plus zu Buche steht – allerdings begleitet von erratischen Ausschlägen, die aus Sicht vieler Investoren weiterhin dicke Fragezeichen hinter die Eignung als digitaler Wertspeicher setzen.


Pandemie im Griff = Steigende Aktienkurse (und umgekehrt)

Abgesehen von Kryptowährungen und (Energie-)Rohstoffen war im Januar nur mit Schwellenländer-Aktien gutes Geld zu verdienen: Mit einem Anstieg um 3,8% gelang dem MSCI Emerging Markets Index nun das achte Monats-Plus in Serie. Performance-Treiber waren dabei einmal mehr China und Südkorea. Die beiden Länder, die die Pandemie weitgehend im Griff zu haben scheinen, sind im Schwellenländer-Barometer mit Anteilen von 40% bzw. 14% die Schwergewichte.