Indexmonitor März: Das Quartal der Favoritenwechsel

Industrie schlägt Technologie

Zahlreiche Indices konnten neue Allzeithochs erklimmen, wobei Technologie- und Wachstumswerte ausnahmsweise mal nur die zweite Geige spielen. Zwar liegen Euro-Investoren im Nasdaq 100 year-to-date rund sechs Prozent im Plus. Doch diese Performance ist vor allem dem wiedererstarkten US-Dollar geschuldet: Aus eigener Aktien-Kraft hat der zu mehr als 40% von sechs Unternehmen (Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Facebook, Tesla) dominierte Index nicht einmal zwei Prozent zugelegt – während industrielastige Kursbarometer wie der altehrwürdige Dow Jones, der DAX oder der MSCI Europe sogar knapp zweistellig gewinnen konnten.

Der Zins ist wieder da – und sorgt für Verluste

Ob dahinter mehr steckt als die eher kurzfristige Spekulation auf eine zügige konjunkturelle Erholung, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedenfalls, dass die teilweise ambitioniert bezahlten Technologie-Aktien am meisten unter der wohl überraschendsten Entwicklung des ersten Quartals leiden – dem Aufwärtstrend der Zinsen. In den USA werfen zehnjährige Staatsanleihen jetzt immerhin wieder 1,75% Rendite ab, so viel wie zuletzt im Januar 2020. Es gibt also zumindest auf der einen Seite des Atlantiks wieder einen risikofreien Zins, mit dem man zukünftige Cashflows bei der Bewertung von Aktien abdiskontieren muss.


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Im Euro-Raum bewegen sich die Renditen zwar weiter auf negativem Terrain. Aber mit -0,3% sind etwa zehnjährige Bundesanleihen der Nulllinie heute rund 30 Basispunkte näher als am Jahresanfang – und das heißt: Fallende Bond-Kurse. Der mit deutschen Langläufern bestückte eb.rexx Germany 10.5+ Index hat im ersten Quartal mehr als sechs Prozent verloren, während die Verluste bei US-Anleihen aus der Euro-Perspektive durch die mehr als vierprozentige Dollar-Aufwertung kompensiert werden.


Bitcoin abermals verdoppelt

Gleichzeitig sind steigende Zinsen traditionell kritisch für Gold, schließlich wirft das Edelmetall keinerlei Erträge ab. Folgerichtig hat sich der Abwärtstrend hier beschleunigt, während das „digitale Gold“ den vierten Quartalsgewinn in Folge verbucht: Unter weiterhin immensen Schwankungen hat sich der Euro-Gegenwert von Bitcoin in den ersten drei Monaten abermals verdoppelt. Und auch die Immobilienaktien zeigen sich bislang unbeeindruckt vom Zinsanstieg – knapp 12% Zuwachs bedeuten das beste Quartal seit zwei Jahren.