Indexmonitor März: Schwellenländer im Bann der Politik – Sektoren befreit

Schwellenländer im Bann der Politik

Bei den Länder-Indices hatten zum Jahresauftakt mal wieder die etablierten Börsen die Nase vorn, auch weil einige Schwellenländer unter politischen Eingriffen zu leiden hatten. Dies gilt zuallererst für die Türkei, wo Präsident Erdogan mit der erneuten Abberufung des Zentralbankgouverneurs nun auch den letzten Rest an Investorenvertrauen ausradiert haben dürfte. Ähnlich die Lage in Brasilien, wo Präsident Bolsonaro zwar der Pandemie freien Lauf lässt, aber dafür einen Ex-General auf den Chefsessel des Ölkonzerns Petrobras gehievt hat.

Von derlei plumper Willkür ist man in China weit entfernt. Die jüngsten Versuche der Führung in Peking, die Markt- und Daten-Macht von Plattform-Riesen wie Alibaba, Tencent oder Meituan Dianping einzuschränken, drücken dennoch auf die Stimmung. Kein Wunder also, dass chinesische Aktien mit einem Euro-Plus von 2,8% vergleichsweise träge ins Jahr gestartet sind. Indien dagegen hat weiterhin starkes Momentum und liegt nun im Drei-Jahres-Vergleich auf Euro-Basis nahezu gleichauf mit China, knapp hinter Südkorea. Wer sich bei seinen Asien-Investments etwas breiter aufstellt und nicht nur auf einen singulären Investment Case konzentriert, wird also weiterhin belohnt.


Alle MSCI-Sektoren auf Quartalsbasis im Plus

Der Blick auf die MSCI-Sektoren schließlich bestätigt die außerordentlich robuste Verfassung der globalen Aktienmärkte. Wie schon im Schlussquartal 2020 liegen auch in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres alle elf Branchen-Indices im Plus. Dabei konnten Energie- und Finanz-Aktien – getragen von steigenden Ölpreisen und Anleihe-Renditen – ihre Aufholjagd fortsetzen, wenngleich beide Wirtschaftszweige auf längere Sicht noch immer das Ende des Performance-Rankings bilden.

Umgekehrt sind defensive Aktien weiterhin wenig gefragt. Basis-Konsumgüter, Versorger und Gesundheit bleiben genauso deutlich hinter dem MSCI World Index zurück wie der auf niedrige Schwankungen abzielende „Minimum Volatility“-Faktor. Für eine nachhaltige Portfolio-Balance sind diese Sektoren indes unverzichtbar und auch wenn die Kursentwicklung derzeit unbefriedigend ist – die Dividenden fließen zuverlässig und mit positivem Trend.