Inflation in Deutschland weiter ansteigend

Die Entwicklung der Inflationsrate gilt als Indikator für die weitere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die Entwicklung der Inflationsrate gilt als Indikator für die weitere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese kauft gegenwärtig monatlich für etwa 30 Milliarden Euro Anleihen aus den verschiedenen Staaten der Europäischen Union. Die Käufe sollen zunächst bis September dauern, wobei allerdings davon ausgegangen wird, dass sie noch bis Jahresende anhalten.

Inflation in Deutschland

Das Leben in Deutschland ist wieder etwas teurer geworden. Die Inflation steigt allerdings nur leicht an. Sie betrug im März 2018 1,4 Prozent, nachdem sie im Februar 1,1 Prozent betragen hatte. Im Januar waren es 1,3 Prozent und im Dezember 2017 1,4 Prozent. Erstaunlich ist, dass jedoch die Preise nicht so stark anstiegen, wie es die Währungshüter vielleicht gerne hätten. Verschiedene Bereiche, wie Lebensmittel, Alkohol oder Tabak, lagen bei 3,0 Prozent. Dienstleistungen waren mit 1,5 Prozent auch etwas teurer als zuvor. Bei Energie betrug der Preisanstieg etwa 2,0 Prozent und war somit geringer als im Februar.

Ziele der Geldpolitik

Das Ziel der Strategen der EZB liegt für den Euroraum bei einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent und somit einiges von der Nullmarke entfernt. Bei diesem Wert geht die Notenbank von Preisstabilität aus und sieht keine Gefahr eines Abfallens in eine Deflation. Sollten Preise auf breiter Front so gut wie gar nicht steigen, stagnieren oder sogar fallen, kann dies Verbraucher und Unternehmen verleiten, notwendige Anschaffungen oder Investitionen zu verschieben. Es wird zunächst vermutet, dass diese in einer gewissen Zeit noch billiger werden.

Eine derartige abwartende Haltung kann die Konjunktur bremsen und dazu führen, dass im schlimmsten Fall die Wirtschaft ganz einfriert. Als Konsequenz müssen Firmen Mitarbeiter entlassen. Daneben besteht die Gefahr, dass es bei rückläufigen Preisen zu einer Abwärtsspirale durch alle Warengruppen kommt. Die Folge ist eine Deflation und eine schrumpfende Wirtschaft.

Eine steigende Inflation stellt in erster Linie für Sparer ein Problem dar, weil sie real Geld verlieren, wenn sie es auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten parken. Dort gibt es wegen der derzeitigen Nullzinspolitik der EZB nahezu keine Zinsen. Der Leitzins liegt zudem schon seit März 2016 auf einem Rekordtief von 0,0 Prozent. Wird jedoch die Inflationsrate größer, verliert das ersparte Geld schneller an Wert.

Erwartungen für die nächsten Monate

Ökonomen verschiedener Banken rechnen jedoch damit, dass die Inflation in den nächsten Monaten noch deutlicher ansteigen wird. Einige gehen im Sommer von etwa zwei Prozent aus. Andere denken, dass die Teuerungsrate im März die Talsohle für das Jahr 2018 bereits durchschritten habe. Eine Ursache für den stärker gewordenen Preisanstieg liege in dem frühen Osterfest, welches die Preise für Urlaubsreisen und Kraftstoffe nach oben getrieben habe. Allerdings zeige auch der generelle Trend der Preissteigerung nach oben. Dies liege unter anderem an der sehr robusten Wirtschaft, die sich auch auf höhere Tarifabschlüsse auswirke. In den letzten Jahren waren die Lohnzuwächse immer relativ gering.

Situation in den USA

In den USA sieht die Situation anders aus. Dort hat die US-Notenbank Fed die Zinsen zuletzt erneut angehoben, was auf den jüngsten Konjunkturaufschwung zurückzuführen sei. Das aktuelle Niveau liegt zwischen 1,5 und 1,75 Prozent. Zudem werden für dieses Jahr noch weitere Schritte in Richtung Zinserhöhung in Erwägung gezogen.