Influencer - Business mit ernsthaften Folgen

Influencer und Reiseblogger sind für die Urlaubsbranche von entscheidender Bedeutung. Dabei zeigt sich jedoch, dass der eigentliche Spaß immer besorgniserregendere Züge annimmt.

Influencer erreichen auf ihren Instagramprofilen oder Blogs oft mehrere tausend Leser und können somit für bestimmte Produkte werben. Ein durchdachter Einsatz von Influencern im Marketing lässt somit das Markenbewusstsein bei den Kunden steigen. Zudem werden die Kunden auf einer emotionalen Ebene angesprochen und mit abwechslungsreichen Informationen versorgt. Dies fördert ein authentisches Gesamtbild und bildet ein Vertrauensverhältnis zum Kunden. 

Auch in der Reisebranche galt das Influencer-Marketing als durchschlagender Erfolg. Unternehmen engagierten Blogger und Instagramer, welche anschließend Bilder von den beliebtesten Urlaubsregionen schossen. Allerdings zeigt diese Entwicklung mittlerweile auch klare Nachteile auf.


Influencer-Hotspot – Der Nationalpark Berchtesgaden

Eines der beliebtesten Ziele für Influencer in Deutschland ist der Nationalpark Berchtesgaden. Mittlerweile finden sich rund 100 Influencer pro Tag im Nationalpark, die das Becken des Königsbacher Wasserfalls anstreben. Hierbei handelt es sich um ein imposantes steinernes Becken am Fuße eines Wasserfalls, welches sich mitten im Gebirge befindet. Findige Influencer nutzen dieses Naturschauspiel, um ein ansprechendes Foto für das eigene Profil zu schießen. Doch das rege Interesse bringt auch Nachteile mit sich, denn die Landschaft wird vom großen Zulauf der Influencer in Mitleidenschaft gezogen. Zudem kam es erst im August zu einem schweren Unfall, als eine 25-Jährige Bloggerin auf dem Weg zum Becken abstützte.

Der Weg zum Naturbecken gilt als gefährlich und rutschig. Die Absturzgefahr ist entsprechend hoch, sodass sich die Influencer regelmäßig in Lebensgefahr begeben. In der Regel kommen die Influencer auch nicht mit der passenden Bekleidung sowie dem passenden Schuhwerk daher, sondern setzen auf trendige Flip Flops. Zudem hinterlassen sie Müll im Nationalpark. Die Auswirkungen sind mittlerweile so extrem, dass die Verwaltung des Nationalparks über Strafen und Zugangssperren nachdenkt.


Umweltschäden durch Influencer nehmen zu

Doch das Beispiel vom Königsbacher Wasserfall ist kein Einzelfall. Bereits zu Beginn des Jahres musste die Maya Bay in Thailand gesperrt werden. Der Grund für die Sperrung sind massive Umweltschäden. Auch bei der Maya Bay handelt es sich um eine beliebte Destination von Bloggern und Influencern. Die thailändische Regierung sperrte den Strand für vier Monate, sodass eine Freigabe erst im November gestattet ist. Zudem dürfen in Zukunft nur noch 2.000 Menschen diesen Strand besuchen. Bisher lag die Besucherzahl bei 5.000 Besuchern. Der hohe Ansturm zog vor allem die Korallen in Mitleidenschaft. Zudem schwamm Müll auf dem Wasser. Experten fordern mittlerweile sogar die dauerhafte Schließung des Strandes, sodass sich die Natur wieder vom Tourismus erholen kann.

Ähnliches ereignet sich auch in Bad Hindelang. Die Allgäuer Region nutzte sogar die sozialen Medien und postete einen Hilferuf. Grund sind Instagramer aus aller Welt, die den Schrecksee für ein Foto besuchen. Auch illegales Zelten bliebt nicht aus. Hier häuft sich der hinterlassene Müll, sodass die Natur in Mitleidenschaft gezogen wird. Um dieser Entwicklung Einhalt zu bieten, kontrolliert die Polizei das Gebiet mittlerweile regelmäßig.

Insgesamt zeigt sich, dass die beliebtesten Fotospots der Welt mittlerweile unter dem extremen Andrang leiden. Immer mehr Fotografen und Blogger suchen diese Orte auf und nehmen keine Rücksicht auf die Natur. Die Fotos sind nie spontan aufgenommen, sondern geplante Aufnahmen. Aus diesem Grund kann ein Besuch beim entsprechenden Spot Enttäuschung hervorrufen. Die Orte sind meist überlaufen und wenig idyllisch. Ein Einschreiten der Behörden wird langfristig nötig sein, um nachhaltigen Schäden an der Natur zu vermeiden.