Internet of Things: Ein Handschuh senkt die Fehlerquote bei BMW und Ikea

Bei einem Blick in das BMW-Werk fällt schnell auf, dass die Handschuhe der Arbeiter nur auf den ersten Blick normal sind. Ein kleines orangefarbenes Kästchen ist es, dass die Verbesserung liefert: Der Handschuh von dem Unternehmen ProGlove sorgt nicht nur dafür, dass der komplizierte Scanvorgang bei einzelnen Teilen ganz automatisch erfolgt, sondern hilft auch durch einen Warnton bei der Vermeidung von verschiedenen Fehlern während der Arbeitsschritte.

Nicht nur BMW setzt auf diese moderne Technik. Namhafte Hersteller wie IKEA, Lufthansa, Thyssenkrupp oder Penny verwenden den Handschuh bei verschiedenen Prozessen in ihren Lagern und bei der Produktion. Bei so vielen großen Marken scheint es verwunderlich, dass der Handschuh ein Produkt eines eher kleinen Unternehmens ist. Jedoch setzt das Münchener Start-Up Workaround bereits mehrere Millionen Euro mit seinem Produkt um. Die Ziele sind ehrgeizig. In wenigen Jahren soll die dreistellige Millionenmarke geknackt werden. 100 Mitarbeiter sind inzwischen für die Firma tätig und zum Erreichen der Ziele soll im nächsten Schritt die Expansion in die Vereinigten Staaten gelingen.


Umstellung auf Internet of Things noch immer eher zögerlich

Dass bisher vor allem große Unternehmen den Schritt gewagt haben, ein solches Werkzeug in ihre Prozesse einzugliedern, ist die Seltenheit in Deutschland. Ebenso wie bei der Digitalisierung gibt es auch beim Internet of Things noch immer starke Vorbehalte gegen die Umrüstungen. Viele Unternehmen fürchten hohe Kosten bei neuen Schnittstellen und dass zum Beispiel wichtige Software wie SAP nicht direkt mit den neuen Produkten und Werkzeugen funktioniert. Ein Problem sind dabei auch die verschiedenen Anbieter, die unterschiedliche Lösungen zur Verfügung stellen. Nicht jedes Produkt passt in die gleiche Schnittstelle und nicht jedes Konzept lässt sich auf Unternehmen anwenden.

Dazu kommt die generelle Skepsis gegenüber Investitionen und Veränderungen in dieser Größenordnung. Die IoT-Werkzeuge werden allerdings immer ausgereifter und der ProGlove ist ein Beispiel dafür, dass die Unternehmen durch den Einsatz dieser neuen Technologie auf die verschiedensten Weisen profitieren können. Darüber hinaus sind es gerade die Start-Ups, die für einen Wandel in den Philosophien der Unternehmen sorgen können und so vermutlich den Gang der Dinge beschleunigen. Sie sorgen so dafür, dass das Internet of Things und andere Elemente der Digitalisierung in deutschen Unternehmen langsam etablierter werden.