Investieren im 21. Jahrhundert

Noch nie waren wir uns dem Einfluss unserer Kaufentscheidungen so bewusst wie heute, von Fast Fashion und Einwegplastik zu Hybrid- oder Elektroautos. Der Finanzsektor darf bei diesem Verhaltenswandel nicht passiv bleiben.

Schließlich ist es im 21. Jahrhundert möglich, Investments zu wählen, die beides können – Rendite liefern und unsere persönlichen Werte fördern. Ein Investmentwerkzeug hierfür liefern die SDGs.

 

Die SDGs - Ziele für nachhaltige Entwicklung

Die Sustainable Development Goals (SDGs) bilden einen Leitfaden für eine nachhaltigere globale Wirtschaft und Gesellschaft. Sie wurden 2015 von den Vereinten Nationen mit einer Vielzahl branchenübergreifenden Partnern entwickelt, darunter Industrie, Finanzmarktakteure und NGO's.

Eine wachsende Zahl von Fondsmanagern arbeitet daran, SDGs in Produkte einzubinden. Allerdings steigt dabei auch die Gefahr der "Grün-Wäscherei", wobei Nachhaltigkeit lediglich als PR-Trick dient. Um dies zu vermeiden, bemüht sich BMO Global Asset Management um einen robusten Nachhaltigkeitsansatz, der umfassend in Investmentprozesse integriert ist – bereits seit Jahren.

Engagement ist hierbei ein entscheidendes Instrument für unsere Anlageexperten. Um effektive Dialoge zu führen, arbeiten wir uns detailliert in die Unternehmensstrategie, -kultur und relevanten ESG-Themen ein. Über die Jahre haben wir eine Engagement-Datenbank für über 12.500 Unternehmen entwickelt, mit der wir Fortschritte und Erfolge protokollieren können.

Seit 2016 berichten wir darüber, wie genau unser Engagement die SDGs unterstützt. Wir begannen mit einer hochrangigen Bestandsaufnahme, wie Engagementthemen den einzelnen Zielen entsprachen. Heute nutzen wir die SDGs selbst zur Gestaltung und Durchführung des Engagements, sowie als thematisches Gerüst für unsere detaillierte Berichterstattung.

Unsere Erfahrung zeigt, dass Unternehmen diese Entwicklung im Engagementansatz begrüßen. Schließlich besteht auch auf Unternehmen zunehmend Druck, ESG-Informationen effektiv offenzulegen, und die SDGs bieten einen Rahmen, um die Nutzung durch verschiedene Interessengruppen zu rationalisieren.

 

Verknüpfungen und Kompromisse 

Diese systematische Anwendung unseres Investment-Ansatzes ermöglicht weitreichende Erkenntnisse über Zusammenhänge und Konflikte zwischen SDGs.

Ein Beispiel hierfür ist unser Engagementprogramm für Plastik in den Ozeanen, das an SDG 14 – Leben unter Wasser anknüpft, speziell an 14.1 Verhinderung/Verminderung von Meeresverschmutzung. Wir ermutigten Unternehmen, unnötige Einweg-Kunststoffe zu vermeiden, recycelte Inhaltsstoffe in Verpackungen zu verwenden und Recyclingfähigkeit sowie Infrastruktur zu verbessern. Diese Empfehlungen passen zudem zu SDG 12.5, das Recyclingquoten erhöhen will. Diese Themen unterstützen weiterhin SDG 12.5 (12 - Verantwortungsvoller Verbrauch und Produktion), das auf eine Verbesserung der Recycling- und Wiederverwendungsraten abzielt.

Doch dieser Wechsel von Plastik auf recyclebare Materialien könnte wiederum SDG 15.2 (15 - Leben auf dem Land) gefährden, welches nachhaltige Forstwirtschaft betrifft. Ein ganzheitlicher Ansatz zur Lösung dieser komplexen Wechselwirkungen ist dementsprechend unerlässlich: in diesem Beispiel ist neben der verbesserten Kunststoffstrategie auch verbesserte Forstbewirtschaftungspraktiken notwendig, um potenzielle Konflikte zu vermeiden.

 

Überschneidungen und Unterschiede

In vielen Fällen gab es Überschneidungen zwischen unserem bestehenden Engagement und den SDGs. In anderen Fällen waren Verbindungen komplexer. So gibt es beispielsweise kein SDG zum Thema Menschenrechte. Das heißt nicht, dass die SDGs dies ignorieren, ganz im Gegenteil. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte deckt Themen wie den Zugang zu Nahrung, Wasser und sanitärer Versorgung, Bildung und medizinischer Versorgung ab, welche alle eindeutig für SDGs relevant sind.

Ein weiteres Beispiel ist Corporate Governance: Obwohl wir gute Unternehmensführung als einen wesentlichen Baustein für die Schaffung einer nachhaltigeren Wirtschaft sehen, besteht keine direkte Verbindung zu bestimmten SDGs. Allerdings unterstützt unser Engagement für Diversität in Vorständen, welches sich zum großen Teil auf Fragen der Geschlechtervielfalt bezieht, unserer Ansicht nach SDG 5 Geschlechtergleichstellung.

Datenschutz wird ebenfalls in den SDGs nicht speziell behandelt, gewinnt aber zunehmend an Bedeutung, da Sorge über den Missbrauch personenbezogener Daten durch Unternehmen oder Regierungen zunimmt. Wir sind über die ursprüngliche Bedeutung des SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur hinausgegangen, indem wir die Infrastrukturziele so interpretiert haben, dass sie sowohl für die digitale als auch für die physische Infrastruktur gelten, und haben unser Engagement in erster Linie mit dem Ziel 9.18 verknüpft.

 

Zukünftige Entwicklungen

Wir beabsichtigen, unsere Herangehensweise an die SDGs weiter zu entwickeln, nämlich unsere interne Methodik sowie die Zusammenarbeit mit relevanten Kooperationsgruppen. Insbesondere wollen wir uns auf die folgenden drei Bereiche konzentrieren:

Wirkungsgeographie: Dort, wo Produkte oder Dienstleistungen am dringendsten benötigt werden, ist ihre Wirkung auch am größten. Im Idealfall würde eine Wirkungsmethodik eine geografische Kartierung integrieren, sodass beispielsweise die positive Wirkung eines Bildungsdienstleisters in einem Land mit mangelhaftem Bildungszugang stärker bewertet wird als in einem Land mit fast universeller Bildung. Bislang haben wir dies nicht systematisch erfassen können, was zum Teil auf die Art und Weise zurückzuführen ist, wie relevante Daten von Unternehmen bereitgestellt werden. Unser Ziel ist es, Datenquellen zu identifizieren, um unser Verständnis dieser Effekte zu vertiefen.

Balance zwischen Produktion und Aktivität: Unternehmen können zwar Produkte verkaufen, die sozial oder ökologisch vorteilhaft sind, aber gleichzeitig durch die Art und Weise, wie sie arbeiten, negative Auswirkungen haben können, z.B. durch schlechte Arbeitsnormen oder Missmanagement von Emissionen. Umgekehrt kann es sein, dass ein Unternehmen die SDGs nicht durch Produkte oder Dienstleistungen unterstützt, sondern durch Einführung marktführender Politiken und Verhaltensweisen, wie z.B. effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen. Es ist wichtig, beide Wirkungsweisen systematisch balanciert zu bewerten.

Wirkungsmetrik und Benchmarking: In unseren ESG-Profil- und Wirkungsberichten berichten wir neben den Daten zur Ausrichtung der SDG auch über Portfoliometriken wie Kohlenstoff-Fußabdruck, Wassernutzung und Geschlechtervielfalt.

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