Investieren, wenn andere voller Angst verkaufen

Wenn die Märkte in Panik geraten, ist es meist Zeit für die meisten Investoren aussteigen. Sie folgen der Herde und wollen auf keinen Fall diejenigen sein, die einen Absturz nicht früh genug erkennen. So glaubte man wenigstens. Es gibt Beispiele, in denen genau das Gegenteil der Fall ist. Sir John Marks Templeton ist dabei nicht nur mit seinen Ansichten gegen den Strom geschwommen.

Templeton war einer der ersten, der das sogenannte Global Investing umgesetzt hat. Sein Erfolgsrezept war, dass er auf unterbewertete oder wenig populäre Aktien gesetzt hat. Damit hat er über drei Jahrzehnte einen der größten damaligen Investmentfonds der Welt geführt und eine beständige Rendite von über 12 Prozent eingebracht. Laut seiner eigenen Aussage war vor allem der Umstand, dass er stets bereit war, das eine oder andere Risiko einzugehen, ein wichtiger Faktor für seinen eigenen Erfolg.

Wie diese Theorie in der Praxis aussah, zeigt er selbst: Mit 10.000 geliehenen Dollarn investierte er direkt zum Beginn des zweiten Weltkriegs in einige Pennystocks. Nachdem sich die Märkte nach dem Ende des Kriegs erholt hatten, war der überwiegende Teil dieser Aktien deutlich mehr wert und er konnte sie abstoßen. Diese Prinzip hielt sich über Jahre und auch später an der Spitze seines eigenen Fonds wählte er stets Papiere, die in irgendeiner Form eine möglichst hohe Rendite dadurch versprachen, dass sie vom Rest des Marktes ignoriert oder sogar gemieden worden sind. Es dürfte in dieser Zeit gewesen sein, dass er seine berühmten Grundsätze formuliert hat, die noch heute die Inspiration für verschiedene Anleger und Player auf dem Markt sind.


Die zehn Grundsätze von Sir John Templeton

Das Ziel eines Investors ist der Gewinn. Dabei sollten langfristige Erfolge stets das oberste Ziel sein und kurzfristige Erfolge keine große Bedeutung haben.


Die Bereitschaft in neue Produkte und Anlageformen zu investieren bietet Chancen. Wer zu sehr auf bewährte Mechanismen und Methoden setzt, könnte einiges verpassen.


Einer der wichtigsten Grundsätze lag darin, dass man nie der Herde folgen sollte. Wer stets mit dem Strom schwimmt, hat nie die Möglichkeit, besser als der Durchschnitt zu werden.


Anleger sollten sich nicht an die typischen Zyklen halten: Lieber im Aufschwung abstoßen und im Abschwung investieren. Das bietet die größten Potentiale. Allerdings können die daraus resultierenden Ziele natürlich eine Weile dauern.


Gefragte Aktien lohnen sich nicht, da sie meistens überbewertet sind. Das Ziel sollten unbekannte Papiere mit einem hohen Potential sein.


Wenn die kurzfristigen Aussichten schlecht aussehen, ist es vielleicht genau der richtige Zeitpunkt, um langfristige Pläne zu machen.


Wenn eine Branche besonderen Optimismus verbreitet, ist es die Zeit, Aktien aus diesem Segment loszuwerden. Umgekehrt könnte Pessismismus zu interessanten Chancen für Investments führen.


Prognosen sind nett - eine eigene Recherche ist weit besser. Wie stark sind die Unternehmen wirklich? Wo liegt eine Unterbewertung vor? Das sind die Ziele für Investitionen.


Eine globale Streuung der Aktien ist wichtig, um regionale Krisen zu umgehen und sich nicht auf eine Branche zu verlassen.


Niemand beginnt als Profi-Investor. Eine realistische Selbsteinschätzung über Fähigkeiten und Talente hilft dabei, Übermut in dieser Branche zu vermeiden.


Mit der Hilfe dieser Grundsätze haben angehende Investoren eine interessante Strategie zur Hand, um die Umwälzungen und Trends auf dem Markt richtig zu bewerten. Natürlich sollte dabei nie vergessen werden, dass Templetons Strategie immer sehr langfristig ausgerichtet war und entsprechende Prognosen mit einem Risiko behaftet waren. Trotzdem kann man auch heute noch etwas von seinen Grundsätzen lernen und vielleicht mit in die eigenen Formen der Investitionen und Anlagen übernehmen.