Investitionen in "Big Data" nehmen zu

Das Baden-Württembergische Unternehmen Datagroup nimmt eine besondere Rolle ein, denn zur Zeit der Gründung handelt es sich um ein klassisches Systemhaus. Zum damaligen Zeitpunkt handelte das Unternehmen um Chef Max Schaber mit Hardware und musste in einem harten Marktumfeld bestehen. Vor allem die niedrigen Margen sorgten für zusätzlichen Druck. Um die Ausgangslage nachhaltig zu verbessern, sollte das Unternehmen zum Outsourcing-Dienstleister werden, der für den Betrieb der gesamten Kunden-IT verantwortlich ist. Im Jahr 2006 erfolgt die Platzierung an der Börse, sodass das Unternehmen im Bereich der Small-Caps gelistet ist.

Mittlerweile gehören vor allem mittelständische Unternehmen in das Kundenprofil des Anbieters. Unternehmen wie Putzmeister oder Christ lassen sämtliche Geschäftsprozesse über die Datagroup-Cloud laufen. Des Weiteren bietet das Unternehmen sogenannte Service-Desks an, welche bestehende IT-Probleme beheben und SAP-Anwendungen über die Rechenzentren der Kunden emulieren. Die Besonderheit des Datagroup-Geschäftsmodells ist die Fokussierung auf Nischen, die für Anbieter wie SAP zu kleinteilig sind. Langfristig soll das Unternehmen im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen zum Marktführer werden. Vor allem die Arbeit auf einem Niveau erleichtert die Kooperation mit den Unternehmen, denn die Kundenbetreuung erfolgt über einen der 40 deutschen Standorte.

Auch die Entwicklung des Geschäfts ist als positiv zu bezeichnen. Der Umsatz belief sich im Vorjahreszeitraum auf 175 Millionen Euro. Das operative Ergebnis betrug zudem 19 Millionen Euro. Auch in diesem Jahr konnte dieser Trend beibehalten werden, sodass die Erlöse um 31 Prozent anstiegen und das Ebitda um 92 Prozent. Insgesamt konnte der Börsenwert verelffacht werden. 85 Prozent der Einnahmen basieren auf regelmäßigen Vertragszahlungen.
 

Big Data ist am Wachsen

Daten sind das Gold der Zukunft – Ein Spruch, der treffender kaum sein könnte. Aktuell herrscht im Geschäft des Cloud-Computings eine wahre Goldgräberstimmung. Dabei sind Daten ein Garant für sinkende Kosten und steigende Effizienz.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Big Data eine strategische Waffe für viele Unternehmen ist. Für Unternehmen, die Cloud-Computing anbieten, ist es eine schier unerschöpfliche Einnahmequelle. Doch auch Megatrends wie das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz und Cybersecurity sind Indikatoren für weiteres Wachstum. Ein Blick auf die fünf wertvollsten Unternehmen (Facebook, Apple, Microsoft, Google und Amazon) der Welt zeigt auch, dass das Datensammeln schlichtweg ein Bestandteil des Geschäftsmodells ist.

Mit der zunehmenden Digitalisierung werden Maschinen auch immer mehr Aufgaben im Alltag übernehmen und die gesammelte Datenmenge weiterhin anschwellen. Laut der Credit Suisse werden bis zum Jahr 2020 rund 50 Milliarden vernetzte Geräte vorhanden sein.

Auch bei den Unternehmen kommt dieser Trend an und immer mehr Unternehmen suchen den direkten Weg in die neue Technologie. Hierfür konnten allein im Jahr 2016 rund fünf Milliarden Euro gesammelt werden. Und diese hohe Nachfrage spiegelt sich auch an den Finanzmärkten wider. Vor allem die Potenziale sorgen für kräftiges Wachstum. Zudem gehen immer mehr Unternehmen erfolgreich an die Börse und erhalten bereits zu Beginn eine Milliardenbewertung.