Investment-Pool mal anders: Gemälde erzielt Spitzenpreis

Der Kunstmarkt ist ja für viele Skandale und unvorstellbare Dinge bekannt. Jetzt gab es einen neuen Rekord. Bei einer Versteigerung eines Gemäldes des Malers David Hockney ist ein neuer Rekord aufgestellt worden. Rund 90 Millionen Dollar legte der Höchstbieter für das Werk „Portrait of an Artist (Pool with two figures)“ hin. Die größte Summe, die je für ein Kunstwerk eines noch lebenden Künstlers bezahlt wurde. Die Versteigerung fand im berühmten Auktionshaus Christie’s statt.

Schon der Einstiegspreis lässt den ein oder anderen Mund offenstehen. Begonnen wurde mit einem Preis von 18 Millionen Dollar. Doch schon nach wenigen Sekunden überschlugen sich die Angebote. Bereits nach einer halben Minute war die 50 Millionen-Dollar-Marke geknackt. Insgesamt dauerte die gesamte Versteigerung keine zehn Minuten. Per Telefon lieferten sich zwei anonyme Bieter einen unerbittlichen Wettstreit. Einer der beiden bekam am Ende den Zuschlag mit 90 Millionen Dollar (knapp 80 Millionen Euro. Damit wurde ein neuer Rekord geschrieben, denn noch nie war ein Werk von einem noch lebenden Künstler für einen so hohen Betrag verkauft worden. Der Rekord zuvor lag bei 58,4 Millionen Dollar für die Skulptur „Ballon Dog (Orange) des Künstlers Jeff Koons.


Das „beste Gemälde“

Bei dem nun im Auktionshaus Christie’s versteigerten Werk von David Hockney handelt es sich um ein Gemälde aus dem Jahr 1972. Es zeigt zwei Männer und einen Swimming-Pool vor einer idyllischen Berglandschaft und trägt den Namen „Portrait of an Artist (Pool with two figures)“. Es ist rund zwei mal drei Meter groß und ein ganz entscheidendes Kunstwerk des heute 81 Jahre alten Hockney. Zu sehen ist sein früherer Liebhaber Peter Schlesinger, mit dem der Künstler sechs Jahre liiert war. Der zweite Mann, der im Pool schwimmt, könnte ein späterer Liebhaber Schleswingers sein, vermuten Kunstexperten. Das Gemälde war deshalb so beliebt, weil es die beiden zentralen Elemente des Künstlers in einem Bild beinhaltet. Sowohl Schwimmbecken als auch Doppelporträts zählen zu den Markenzeichen des britischen Künstlers Hockney. Das Auktionshaus hatte daher schon vorher angekündigt, es handle sich um das „beste Gemälde“ des Künstlers.


Pech für den Künstler

Über den Höchstbietenden ist nichts bekannt. Er hatte lediglich am Telefon anonym mitgeboten und soll angeblich ein englischer Milliardär sein. Den Künstler könnte der Verkauf ganz schön ärgern, denn zuvor war sein Bild von seinem damaligen Kunsthändler für lediglich 20.000 Dollar verkauft und später für 50.000 Dollar weiterverkauft worden. Von den Millionen sieht Hockney also nichts, denn erst vor zwei Jahren bewegen sich seine Bilder in den Millionenbereichen.Kunstkracher:


Warum ein so hoher Preis?

Nun, den Kunstmarkt kann man nicht leicht erklären. Er scheint verrückt zu spielen und das macht ihn so unvorhersehbar. Erst 2016 durchbrachen Hockneys Bilder die zehn Millionen Dollarmarke. Im Mai dieses Jahrs ging eins seiner Werke schon für knapp 30 Millionen Dollar über die Ladentheke. Kurz vor der Versteigerung hatte das Metropolitan Museum of Art in New York seine Bilder mit einer Retroperspektive geehrt. Besonders beliebt dabei war das nun verkaufte Werk.