Investmentvolumen bei Gewerbeobjekten: Polen top, Rumänien flop

Laut dem international agierenden Immobiliendienstleister Savills könnten die Transaktionsvolumen bei europäischen Gewerbeimmobilien das Niveau des Vorjahres erreichen. Im Rahmen der Untersuchung wurde deutlich, dass die Umsätze der untersuchten Märkten im ersten Jahresquartal dem Durchschnitt der Vorjahre entsprach.

Marcus Lemli, der Geschäftsführer des deutschen Markts und Head of Investment Europe bei Savills, erwartet auch in diesem Jahr einen Gesamtjahresumsatz von 242 Milliarden Euro im europäischen Gewerbeimmobiliensegment. Dieses Ziel soll trotz aktuell leicht gedämpfter Investmentaktivitäten realisiert werden. Vor allem der Umstand, dass Top-Immobilien eine überdurchschnittliche Rendite im Vergleich mit Anleihen aufweisen, wird dazu führen, dass die Nachfrage wieder steigen wird. Ein besonderer Interesse läge demnach in Büroimmobilien, doch auch alternative Immobilien seien in den Fokus der Investoren gerückt. Allein der deutsche Immobilienmarkt verdeutlicht, dass das Interesse ungebrochen groß ist. Allein hier entfielen 40 Prozent der Investments auf Büroimmobilien. Insgesamt soll die Anzahl der Investments etwas zurückgehen, jedoch werden einige Mega-Deals erwartet. Allein im Vorjahr realisierten diese 30 Milliarden Euro.


Ergebnis des ersten Quartals 2018

Das vierte Quartal des Vorjahres gilt als eines der stärksten, jemals dokumentierten Quartale im Gewerbeimmobiliensektor. Im Rahmen des ersten Quartals des Jahres 2018 verzeichnete Savills einen Umsatz von rund 46 Milliarden Euro im Gewerbeimmobiliensegment. Im direkten Vergleich zum Rekordquartal ergibt sich somit ein Minus von acht Prozent. In Anbetracht des Durchschnitts liegt das Minus noch immer bei drei Prozent. Das hohe Maß an Volatilität, welches sich in den ersten Quartalen zeigt, kann jedoch von einem Anstieg der Umsätze auf das Vorjahresniveau ausgegangen werden. Der Dienstleister erwartet bereits in Deutschland ein Transaktionsvolumen von rund 55 Milliarden Euro. Dieser Wert würde an den starken Abschluss des Vorjahres anknüpfen.
 

Die Dominanz der wirtschaftsstarken Länder

Das stärkste Umsatzwachstum konnte Polen mit einem Zuwachs von 329 Prozent erreichen. Anschließend folgte Belgien einem Zuwachs von 248 Prozent und Luxemburg mit einem Anstieg von 144 Prozent. In Polen führte ein Einmaleffekt, welcher aus dem Verkauf eines Einzelhandelsportfolios rührte, zu diesem rasanten Anstieg. In Belgien wurde viele größere Deals, welche bereits im letzten Quartal des Vorjahres abgeschlossen wurden, in das neue Quartal übertragen. Die dominanten Märkte Europas bleiben jedoch weiterhin die Wirtschaftsstandorte Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Insgesamt 63 Prozent der Aktivitäten des europäischen Binnenmarktes entfallen auf diese drei Märkte.

Rumänien zählte mit einem Rückgang von 81 Prozent des Transaktionsvolumens zu den großen Verlierern des ersten Quartals. In Tschechien ging der Gesamtmarkt der Gewerbeimmobilien um 77 Prozent und in Holland um 53 Prozent zurück. Dieser Rückgang lässt sich laut Savills auf das starke Jahr 2017 zurückführen. Vor allem der Umstand, dass die Umsätze in Tschechien und Holland weiter über dem langjährigen Durchschnitt lagen, ist ein Indikator für eine Normalisierung. Eine Konstante bleibt das Kapital von außereuropäischen Investoren, denn dieser Betrag veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr kaum. Mittlerweile lassen sich rund 30 Prozent der Cross-Border-Transaktionen auf ausländische Investoren zurückführen. Allerdings lässt sich keine Regel bei den Zielsektoren und den Zielregionen erkennen. Eine negative Entwicklung verzeichneten auch die Renditen von Bürogebäuden, denn diese liegt aufgrund der hohen Nachfrage sowie des hohen Preises bei lediglich 3,86 Prozent.