IPO: Fachverlag Springer Nature strebt Börsengang an 

Springer Nature soll angeblich an die Börse gehen. Hierfür plant die Holtzbrinck-Gruppe einen milliardenschweren Börsengang. Laut den ersten Aussagen des Unternehmens soll durch die Kapitalerhöhung ein Emissionserlös von rund 1,2 Milliarden Euro erzielt werden. Dieses Geld soll dazu beitragen, die Finanzen des Verlages zu verbessern und die Nettoverschuldungsquote zu senken. Die Erstemission der Aktien ist im regulierten Markt der Frankfurter Börse geplant. Das Unternehmen soll auf die Gesellschaftsform der Kommanditgesellschaft auf Aktien (AG & Co. KGaA) setzen, wobei ein fester Zeitplan noch nicht definiert wurde. 

Holtzbrinck-Gruppe wird keine Anteile abgeben 

Im Rahmen der Aktienemission wird die Holtzbrinck-Gruppe, welche 53 Prozent des Unternehmens besitzt, keine Unternehmensabteile abgeben und somit die Mehrheit des Verlags behalten. Bei dem Finanzinvestor BC Partners, der 47 Prozent der Anteile hält, sieht die aktuelle Lage anders aus. Denn das Unternehmen könnte je nach Marktlage einige Aktien verkaufen. Zudem stell BC Partners die Aktien, welche im Rahmen der Mehrzuteilungsoptionen angeboten werden, zur Verfügung. Somit sind die zukünftigen Unternehmensanteile, die sich im Streubesitz befinden werden, noch ungeklärt. 

Der Verlag Springer Nature ist aus dem Zusammenschluss von Springer Science + Business Media sowie Macmillian Science and Education (MSE) hervorgegangen. Der Verlag gilt laut eigenen Angaben als größter Verlag für englische, wissenschaftliche Publikationen und Lehrbücher und bietet die meisten Open-Access-Veröffentlichungen. Diese können Nutzer kostenlos verwenden, um auf wissenschaftlichen Inhalt zurückgreifen zu können. Doch auch wissenschaftliche Zeitschriften gehören in das Portfolio des Verlags.

Stabiles Geschäftsmodell mit Wachstumspotenzial 

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte das Unternehmen einen Umsatz von 1,64 Milliarden Euro erwirtschaften. Das operative Ergebnis lag sogar bei 374 Millionen Euro, sodass sich eine operative Rendite von 22,9 Prozent ergab. Ulrich Vest, der Finanzvorstand des Unternehmens, erwartet aufgrund des konjunkturunabhängigen Geschäftsmodells, dass das Unternehmen mit starken Gewinnmargen und steigenden Cashflows überzeugen kann. 

Dieses Geschäftsmodell soll auch den Aktionären sichere und stabile Renditen bescheren, sowie eine attraktive Dividendenpolitik etablieren. Allein im jetzigen Geschäftsjahr sollen 110 Millionen Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden. In den kommenden Geschäftsjahren wird eine Ausschüttungsquote bei 50 % des bereinigten Gewinns erwartet.

Auch der künftige Aufsichtsrat wird prominent besetzt. Er soll sieben Mitglieder umfassen, die von Stefan von Holtzbrinck geführt werden. BC Partners wird auf Ewald Walgenbach als Vertreter setzen. Zusätzlich werden Simone Menne, Stefan Oschmann und Bernd Scheifele als prominente Aufsichtsratsmitglieder agieren. Komplettiert wird der Aufsichtsrat durch Obi Felten, der eine Führungsrolle bei der Alphabet-Tochter X besitzt.