Jupiter Merlin-Fonds Teil 2: Das Geheimnis erfolgreicher Dachfonds

Dachfonds gibt es viele. Und deren grundsätzliches Konzept ist auch überzeugend. Doch worauf kommt es wirklich an, wenn es darum geht, den Markt langfristig zu schlagen? Portfoliomanager David Lewis von Jupiter erklärt, was hinter dem erfolgreichen Management von Multi-Manager-Portfolios steckt.

Es klingt alles erst einmal ganz einfach: Man nehme aus verschiedenen Anlageklassen jeweils die Fonds mit der besten Wertentwicklung und kombiniere sie in einem Portfolio. Und fertig ist der Dachfonds, der dann langfristig besser laufen soll als der Markt. Doch ganz so simpel ist es nicht. Denn die Asset Allocation eines Portfolios durch die verschiedenen Phasen eines Marktzyklus erfolgreich zu steuern und die besten Fonds in der richtigen Art und Weise zusammenzubauen, ist ein Stück weit auch eine Kunst.

„Tatsächlich ist unser Ansatz etwas komplexer, als es auf den ersten Blick erscheinen mag“, sagt Portfoliomanager David Lewis aus dem Jupiter Independent Funds Team, einem der erfolgreichsten Dachfondsmanagerteams in Europa. „Zuallererst beschäftigen wir uns intensiv mit der passenden Asset Allocation im Portfolio.“ Dabei gehe es darum festzulegen, wie stark die einzelnen Anlageklassen bezogen auf die jeweilige Marktsituation im Portfolio jeweils gewichtet werden. „Es gibt eine ganze Reihe von Ansätzen zur Bestimmung der Asset Allocation, wir bevorzugen aber eine taktisch basierte Strategie“, erklärt der Experte, der über mehr als 13 Jahre Berufserfahrung verfügt.

 

David Lewis, Portfoliomanager des Jupiter Independent Funds Teams

 

Taktische Anpassung der Asset Allocation

Konkret bedeutet das Folgendes: Grundsätzlich ist das Portfolio zwar so ausgerichtet, dass es von bestimmten langfristigen Trends profitiert, jedoch werden die Gewichtungen von Aktien, Anleihen und alternativen Anlageklassen je nach Marktsituation angepasst. So können bestimmte Anlageklassen oder Regionen in verschiedenen Marktphasen vorteilhaft sein oder auch nicht. Wie aktiv das Jupiter Independent Funds Team dabei vorgeht, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der Asset Allocation seit Auflage des Jupiter Merlin Real Return Portfolios, der seit November 2018 auch deutschen Anlegern zur Verfügung steht.

Grundsätzlich kann zum Beispiel die Gewichtung von Long-only-Aktienfonds in dem Portfolio zwischen zehn und 50 Prozent variieren. „2013, als die Märkte unter der Staatsschuldenkrise im Euroraum litten, haben wir diese Quote zeitweise fast bis auf zehn Prozent heruntergefahren“, sagt Lewis. Stattdessen setzten er und seine Kollegen auf Absolute-Return-Fonds. Das Fondsexposure beträgt hier mindestens 40 bis zu 80 Prozent, wobei darüber hinaus in Anleihen und Cash investiert werden kann. Auch aktuell spiegelt sich das Umfeld in der Anlageaufteilung wider. Einerseits liefen Aktien im ersten Halbjahr 2019 nämlich gut, andererseits besteht viel Unsicherheit. „Mit einer Aktienquote von 27,5 Prozent fühlen wir uns aktuell wohl, weil wir so von weiter gut laufenden Aktienmärkten profitieren können, das Portfolio zugleich aber bei einem Markteinbruch Schutz bietet“, sagt Lewis.

 

Nicht zu ersetzen: das persönliche Gespräch mit den Fondsmanagern

Im zweiten Schritt folgt die Selektion der Anlageprodukte, wobei das Jupiter Independent Funds Team auf ein konzentriertes Portfolio aus zehn bis 20 Fonds setzt. „Um die richtigen Fonds zu finden, helfen uns unsere Erfahrung und unser Netzwerk, wir führen aber auch ein gründliches qualitatives und quantitatives Research durch“, so Lewis. Besonders wichtig ist neben der Investmentphilosophie, dass es bei Fonds auch immer um die dahinterstehenden Menschen geht. „Deshalb ist es für uns entscheidend, die Manager und deren Teams persönlich kennenzulernen.“ Jedes Jahr führt das Team deshalb etwa 250 Gespräche.

 

Zugang zu Top-Fondsmanagern

Die langjährige Expertise und das sehr gute Netzwerk in der Branche helfen dem Team, frühzeitig talentierte und gute Fondsmanager zu entdecken. Zudem hat es Zugang zu Produkten, in die sowohl Privat- als auch viele professionelle Anleger oftmals gar nicht investieren dürfen. So sind die Portfoliomanager beispielsweise nicht an Kriterien wie Fondsdomizil, Währung oder Größe gebunden. Zudem ist etwa ein Drittel der im Merlin Real Return gehaltenen Fonds seit langem für Neukunden geschlossen. Als Frühanleger kann das Team solche Fonds weiterhin aufstocken, wenn es dies für angemessen hält oder neue Jupiter Kundengelder investieren möchte. Insbesondere im Absolut-Return-Bereich, in dem Top-Fonds oftmals schnell an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, kann dies für Anleger ein großer Vorteil sein.

 

Fokus auf geringe Verluste

Im dritten Schritt geht es um die Portfoliokonstruktion. „Es ist nicht so, dass wir nun einfach die besten Fonds, die zu unserer Asset Allocation passen, in das Portfolio packen“, sagt Lewis. „Der entscheidende Punkt ist hier, dass wir unterschiedliche Investmentansätze mischen und auf eine möglichst geringe Korrelation zwischen den Fonds achten, damit wir so die Risiken weiter reduzieren.“ Das lasse sich gut am Aktienportfolio zeigen. „Wir mischen Kerninvestments, Value-Aktien mit fundamentaler Qualität und Wachstumstitel zu günstigen Preisen“, erklärt der Portfoliomanager. So lasse sich gerade in turbulenten Marktphasen das Downside-Risiko im Aktienportfolio reduzieren.

 

Durch geringe Korrelationen Risiken reduzieren

Das bestätigt ein Blick auf die Korrelationsmatrix der verschiedenen Fonds. Selbst zwischen einigen Long-only-Aktienfonds liegen die Korrelationen nur zwischen 0,4 und 0,7. Bezieht man die Absolute-Return-Fonds mit ein, ergeben sich teilweise negative Korrelationen, so dass das Gesamtportfolio gegen starke Kurseinbrüche abgesichert ist. Vorbei ist die Arbeit des Teams damit aber nicht. „Das Umfeld verändert sich laufend, ebenso können sich Änderungen bei den Fonds ergeben und es kommen neue Managertalente hinzu“, so Lewis. „Deshalb müssen wir die Portfolios laufend überprüfen und führen, wenn nötig, ein Rebalancing, also die Wiederherstellung der ursprünglichen Asset Allocation, durch.“

 

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