K+S: Das nächste Sommer-Opfer

Neben dem Einzelhandel spürten auch andere Branchen die Auswirkungen des heißen Sommers. Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S hatte ebenfalls Schwierigkeiten. Die niedrigen Wasserstände an der Werra sorgten dafür, dass die Produktion fast zum Erliegen kam, da das Ableiten des Abwassers des dortigen Werkes nahezu unmöglich war. Somit fällt die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr schlechter aus.

Im Bereich der Salzförderung stiegen die Transportkosten stark an, weshalb die Gewinne hier niedriger ausfallen, was für Verstimmung bei den Anlegern sorgt. Die Verantwortlichen gehen von einem Rückgang des Gewinns vor allen Abschreibungen, Steuern und Zinsen aus. Sie erwarten, dass die erwirtschaftete Summe sich noch zwischen 570 und 630 Millionen Euro befindet. Bisher lagen die Hoffnungen für das Geschäftsjahr 2018 bei 660 bis 740 Millionen Euro. Dennoch kann der Konzern das Ergebnis von 2017, das bei 577 Millionen lag, übertreffen.
In vorangegangenen Schätzungen ließen die Fachleute die möglichen Ausfälle dieses Werks außer Acht. Doch nun stellt sich heraus, dass die Ausfälle sich auf eine ungefähre Summe von 80 Millionen Euro beziffern. Durch das herrschende Niedrigwasser war eine Abwassereinleitung unmöglich, weshalb Produktionsausfälle vorkamen.


Aktuelle Zahlen und absehbare Probleme

Die allgemeine Witterung ist hierfür ein Grund. Zu geringe Niederschlagsmengen sind ein großer Risikofaktor. Ändern sich die Wetterbedingungen nicht, dann befürchtet der Betrieb weitere Produktionsausfälle bis Ende des Jahres.
Da diese noch nicht berücksichtigt sind, müssen Anleger weitere Gewinneinbrüche befürchten, die sich negativ auf die Gesamtbilanz auswirken.


Im Kali- und Magnesiumbereich verlaufen die Geschäfte derzeit ebenfalls schlecht. Im dritten Quartal stand nur ein Gesamtgewinn von drei Millionen Euro in den Büchern. Noch im vorigen Jahr vermeldete der Weltkonzern zum gleichen Zeitpunkt ein Plus von 42 Millionen Euro. Verantwortlich für diesen Rückgang ist die Abwasserentsorgung, die nicht am Standort selbst möglich war. Folgerichtig stiegen die Ausgaben für die Wasseraufbereitung. Der Gesamtverlust für dieses Jahr liegt derzeit bei 61 Millionen Euro. 2017 fuhr das Unternehmen einen Gewinn von 1,5 Millionen Euro ein. Diese Zahlen sind bedenklich, da die Nachfrage um schätzungsweise 11 Prozent im Salzhandel zulegte und trotzdem rote Zahlen vorhanden sind.


Die Investoren bleiben ruhig und verfallen nicht in Hektik

Es gibt aber auch Lichtblicke, welche dafür sorgen, dass die Firma bei Geldgebern beliebt ist. So eröffnete K+S ein neues Kaliwerk in Kanada, welches zum diesjährigen Umsatzplus von fast 16 Prozent beitrug, was einem Wert von mehr als 840 Millionen Euro entspricht.


Da die Anleger eine solche Gewinnwarnung erwarteten, brach an den Märkten keine Panik aus. Der Aktienkurs blieb trotz der negativen Nachrichten stabil und erholt sich weiterhin von seinem historischen Tief. Im Oktober waren die Anteilsscheine nur noch 15,315 Euro wert. So tief schlossen die Papiere seit fünf Jahren keinen Handelstag mehr ab.

Da die Konkurrenz gute Zahlen vorlegte, lässt sich trotzdem feststellen, dass die Gesamtsituation in diesem Marktsegment ausgezeichnet ist, weshalb weitere Gefahren, die den Kurs belasten, ausgeschlossen sind.
Die Nachfrage nach Düngemitteln und Industriesalzen steigt immer weiter, die Auftragsbücher voll. Besonders der Klimawandel sorgt dafür, dass Farmer und Bauern Produkte benötigen, die den Boden unterstützen und eine sichere Ernte gewährleisten.