Kai Diekmanns "Zukunftsfonds" legt Fehlstart hin

Kai Diekmann, der ehemalige Chef der Bild-Zeitung, hat vor drei Wochen einen Zukunftsfonds aufgesetzt. Demnach soll dieser ein Investitionsvolumen von bis zu 20 Milliarden Euro sammeln. Doch die Bilanz nach den ersten drei Wochen fällt bescheiden aus.


Zukunftsfonds verfehlt die gesteckten Ziele

Der Ex-Investmentbanker Lenny Fischer und Kai Diekann, ehemaliger Chef der Bild-Zeitung, starteten vor drei Wochen einen Zukunftsfonds. Dieser startete mit großen Ambitionen, kommt nun jedoch nur schwer in Fahrt. Laut Finanz-Szene.de, einem Branchen-Newsletter, verwaltet der Fonds zum aktuellen Zeitpunkt lediglich ein Vermögen von 12,01 Millionen Euro. Bereits zum Emissionszeitpunkt vor drei Wochen belief sich dieser Wert auf 11,97 Millionen Euro, sodass sich kaum neue Interessenten fanden.

Der erste Blick lässt erahnen, dass der Zukunftsfonds lediglich einige zehntausend Euro bei den Anlegern einwerben konnte. Allerdings muss hier berücksichtigt werden, dass die Entwicklung der „Assets under Management“ (AuM) nicht mit dem Zufluss frischen Geldes gleichzusetzen ist. Demnach haben auch die aktuellen Kursentwicklungen einen Einfluss auf die AuM und können somit einen täuschenden Eindruck vermitteln. Dennoch lassen diese jüngsten Zahlen erahnen, dass es nur wenige Interessenten für diesen Fonds gibt.

Des Weiteren hat der Szene-Blog auch untersucht, woher die 12 Millionen Euro kamen, welche bereits zur Auflage des Fonds investiert waren. Ein Teil dieser Summe kam wohl von Freiburger Vermögensverwalter „Greiff Asset Management AG“. Rund zwei Millionen Euro wurden mittels eines Dachfonds in den Zukunftsfonds investiert. Besonders bemerkenswert bei diesem Investment ist der Umstand, dass Volker Schilling, der Vorstandschef und Gründer der Greiff AG, auch der Manager des Zukunftsfonds ist.


Gesetzes Ziel noch weit entfernt

Auf Nachfrage liege diese Verquickung daran, dass die Greif AG für die Dachfondsmandanten auf qualitative Analysen, ein aktives Management und offene Kostenstrukturen setze. Insbesondere bei Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen sei ein Investment des „Multi Leaders Fund“ – der Name des Greif AG Dachfonds – nachvollziehbar.

Bereits im vergangenen Winter haben Diekmann und Fischer die Fondspläne im Rahmen eines Interviews mit dem Manager Magazin kommuniziert. Dabei verfolgen die beiden Geschäftsleute ein ehrgeiziges Ziel, denn das Investitionsvolumen soll innerhalb der nächsten Jahre auf 20 Milliarden Euro ansteigen. Vor allem Anleger, die ihr Geld auf ertragslosen Sparbüchern anlegen, stehen im Fokus des Fonds. Privatanleger können bereits seit Monaten in den Zukunftsfonds investieren. Mit dem offiziellen Verkaufsstart wird dieser zudem nun auch direkt im Internet vertrieben, sodass die Zielgruppe eine bessere Möglichkeit zur Investition hat.

Trotz des eher durchwachsenen Starts machen sich Fischer und Diekmann wohl keine Sorgen um den Zukunftsfonds. In der Stellungnahme, welche von Finanz-Szene.de veröffentlicht wurde, teilten beide mit, dass eine Kommunikation vor dem Ablauf von 12 Monaten schlichtweg unseriös wäre. Demnach steht vor allem das Kennenlernen innerhalb der ersten 12 Monate auf dem Plan. Erst in den Monaten 12 bis 15 würde ein realisierbares Wachstum erkennbar werden. Somit ist die Entwicklung der nächsten 12 Monate entscheidend für den Erfolg des Fonds.