Kann Donald Trump den Dax beeinflussen?

Das hat er schon getan, seine Ankündigung von Strafzöllen hatte den deutschen Leitindex am Freitag, dem 02.03.18, unter die wichtige Marke von 12.000 Punkten geschickt. In der laufenden Woche seit dem 5. März setzte nun - auch wegen der deutschen Regierungsbildung (siehe oben) - eine positive Gegenbewegung ein, die zu einem Endstand am Mittwoch (07.03.18) von 12.251 Zählern führte. Das charttechnische Bild bleibt damit vorläufig eingetrübt: Die Verluste der Vorwoche wurden bislang noch nicht wieder aufgeholt (der Dax-Kurs war von 12.600 und 11.800 Zähler gefallen), das Alltime-High von Januar (13.600 Punkte) ist erst recht weit entfernt.

Die Szenerie erinnert prekär an das Jahr 2007, in welchem es auch erst ein bewundertes Alltime-High bei über 8.100 Punkten und anschließend einen gewaltigen Crash gegeben hatte. Dieser Crash erfolgte nicht auf einmal, es gab immer wieder deutliche Gegenbewegungen, die als fundamentale Erholung interpretiert worden waren.

Auch war die Wirtschaft damals durchaus gesund, wenn auch nicht ganz so gesund wie heute. Niemand konnte richtig einschätzen, wie verheerend sich faule amerikanische Subprime-Kredite auf die weltweiten Börsenkurse auswirken könnten. Die meisten führenden Indizes verloren deutlich über die Hälfte, teilweise bis zu zwei Dritteln ihres Wertes. Der Dax-Kurs etwa erholte sich erst ab dem Frühjahr 2009 wieder - von einem Tief unter 3.700 Punkten, wohlgemerkt, also mehr als 55 % unter dem vorherigen Alltime-High.

Die Gemengelage ist heute sogar noch etwas düsterer zu bewerten, denn nicht nur die EU, auch andere sehr wichtige Handelspartner der USA wie China, Kanada und Brasilien haben heftige Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Diese Ankündigungen konterte Trump wiederum mit einem noch schärferen Schwert, nämlich der Drohung, europäische und damit vorwiegend deutsche Autoimporte hoch zu verzollen. Das dürfte die Weltwirtschaft wirklich in den Keller schicken.

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