Katar steigt aus der Opec aus

Der beständige Konflikt zwischen Katar und Saudi-Arabien hat nun auch Folgen auf internationaler Ebene. Wie die Kataris ankündigten, planen sie zum Beginn des Jahres 2019 die Organisation erdölfördernder Länder OPEC zu verlassen. Die Organisation wurde kurz vor der Bekanntgabe am frühen Montagmorgen über den Austritt informiert. Damit erreicht der Konflikt zwischen den beiden Ländern seinen Höhepunkt - auch wenn Saudi-Arabien natürlich nicht als offizielle Begründung für den Ausstieg aus der mächtigen Organisation genannt wurde.

Das diplomatische Zerwürfnis zwischen Katar und den anderen Ländern der Region fand 2017 seinen Höhepunkt. Saudi-Arabien hatte gemeinsam mit seinen traditionellen Verbündeten Ägypten, Bahrain und den Vereinigten arabischen Emiraten 2017 eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen Katar verkündet. Das beinhaltete unter anderem die Einstellung aller Flugverbindungen in den Staat und eine Einstellung der diplomatischen Beziehungen. Der offizielle Grund dafür war der Umstand, dass nach der Ansicht von Saudi-Arabien durch Katar eine beständige Finanzierung des Terrors in der Region ausgeht. Das bezog sich unter anderem auf die Stärke von ISIS und eine Einmischung in den Jemen-Konflikt, in dem Saudi-Arabien auch mit militärischen Mitteln gebunden ist.

Der wahre Grund, neben einer tatsächlich möglichen Finanzierung von Terrororganisationen in der Region, ist die Nähe des Staates Katar zum Iran. Da es sich bei der iranischen Nation um ein schiitisches Land handelt, während Saudi-Arabien der Strömung des sunnitischen Islams folgt, war schon seit langer Zeit eine Belastung für die internationalen Beziehungen zwischen den Ländern. Doha weist die Vorwürfe einer Finanzierung des Terrors zurück und hat nun eigene Maßnahmen in die Wege geleitet, um auf diplomatischer Ebene auf die Vorwürfe und den Konflikt zu antworten.

 

Katar nur mit wenig Bedeutung innerhalb der Opec

Das Land Katar ist bekannt für seinen Reichtum an Bodenschätzen und anderen Ressourcen. Innerhalb der Opec haben sie aber nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Mit gerade einmal 1,8 Prozent der weltweiten Fördermengen für Öl hat man nie das politische Gewicht des Iran oder von Saudi-Arabien besessen. Größer ist die Rolle Katars beim Thema Erdgas: Hier befindet man sich an der Spitze der Fördermenge. An zweiter und dritter Stelle stehen Norwegen und die USA. Das Ende der Teilnahme an der Opec ist trotzdem ein wichtiger Schritt, da die allgemeine Förder- und Ölpolitik dort stets auch ein politisches Instrument war. Mit jedem Land, das aus der Opec austritt, verliert die Organisation deutlich an Einfluss, da es bei einer Blockade oder einer Drosselung der Fördermenge entsprechende Alternativen für die westlichen Länder geben würde, die derzeit auf die Opec und ihre Ölpolitik angewiesen sind.