Kaufen oder Mieten: Darum lohnt sich der Immobilienkauf nach wie vor

In den deutschen Großstädten herrscht Wohnungsknappheit. Möchte man in Berlin, Hamburg, München und Co. ein Eigenheim erwerben, fallen deshalb immer höhere Kosten an – eine durchschnittliche Wohnung gibt es in München kaum noch unter einer Million Euro. Doch die Unterschiede zwischen den Metropolen sind groß. So werden in Duisburg Wohnungen für unter 60.000 Euro angeboten, während in Städten wie Berlin und Hamburg Preise zwischen 200.000 und 600.000 Euro Standard sind.


Kaufen lohnt sich dennoch

Ein Grund, warum sich der Kauf einer Wohnung trotz hoher Preise lohnt, sind die niedrigen Zinsen. Zwar befindet sich der Zinssatz seit dem Jahr 2016 in einem Aufwärtstrend, dennoch kann von dem Allzeittief der vergangenen Jahre noch profitiert werden, wenn in das richtige Objekt investiert wird. Für ein Eigenheim im Wert von 100.000 Euro fallen heute 1.500 Euro Zinsen pro Jahr an, meinen Experten und empfehlen deshalb eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Kosten. Der Fall der Finanzierungskosten, der den Anstieg der Immobilienpreise in den vergangenen Jahren ausgleichen konnte, trägt zur Kaufempfehlung bei. Dies macht den Kauf nach wie vor zu einer attraktiven Alternative.


Frühzeitig kaufen, langfristig sparen

Damit sich der Kauf einer Wohnung in einer deutschen Großstadt lohnt, sollte frühzeitig investiert werden. Experten empfehlen, bereits mit Anfang 30 bis Anfang 40 ein Eigenheim zu erwerben, damit es nach 25 bis 35 Jahren pünktlich zum Renteneintritt abbezahlt ist. Eine Zeitspanne von 25 Jahren kommt den Käufer bei einem Zinssatz von 3,5 Prozent bereits um rund fünf Prozent teurer als eine Anmietung des Objekts. Geht man nun von einer Erhöhung der Zinsen aus, steigt dieser Wert noch weiter an.
Die Rechnung geht also nur auf, wenn 35 Jahre lang abbezahlt wird. Deshalb ist es wichtig, schon früh Eigentum zu erwerben, so der Immobilienexperte Michael Voigtländer. In der Realität erfolgt der Kauf einer Wohnung meist im Alter zwischen 45 und 50 Jahren. Insbesondere in den Großstädten finden Investments in Eigenheime meist erst spät im Leben statt.


Tilgung muss sichergestellt sein

Eine monatliche Belastung von 30 bis 35 Prozent wird als Standard für die Abzahlung einer Immobilie angesehen. Auch hier sieht die Realität anders aus: Zwischen 40 und 60 Prozent Prozent des Gehalts wird in Großstädten wie München oder Berlin in die Abzahlung der Immobilie investiert. Etwas weniger ist es außerhalb der Städte, doch auch hier steigen die Kosten an. Wer diese Grenze überschreitet, übernimmt sich und muss an anderer Stelle Abstriche machen. Wird die Grenze unterschritten, gelingt die Tilgung vor dem Renteneintritt nicht. 

Angesichts der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt warnen Experten davor, unüberlegt eine Immobilie zu kaufen. Wer allerdings geplant an den Kauf einer Stadtwohnung herangeht, ist mit einer abbezahlten Immobilie im Rentenalter vermögender als Mieter.