Keine Zusammenarbeit mehr zwischen Google und dem amerikanischen Militär

Projekt Maven wird abgesetzt

Monatelang protestierten die Mitarbeiter des Internetriesens. Konkret ging es dabei um das Projekt Maven, bei dem Google mit dem US-amerikanischen Verteidigungsministerium zusammenarbeitet. Unter Berufung auf interne Kreise berichtet die New York Times und die Tech-Webseite Gizmodo, dass das Unternehmen die Zusammenarbeitet nicht weiter verlängern wird. Der Vertrag endet somit im März 2019. Die Chefin von Google-Cloud, Diane Green, soll nach deren Informationen am Freitag erklärt haben, dass der Vertrag im kommenden Jahr auslaufen solle. Die Zusammenarbeitet brachte dem Unternehmen nicht weniger als zehn Millionen Dollar ein. 

Der Vertrag wurde im vergangenen September unterzeichnet. Bei dem Projekt geht es konkret um die Auswertung von Drohnenvideos des Pentagons mittels Künstlicher Intelligenz. KI soll dabei helfen, in den Videos Menschen zu erkennen und zu unterscheiden. Auch Gebäude und Fahrzeuge soll KI schneller erkennen können und somit zu einer effizienteren automatischen Kriegführung beitragen. Bislang waren es besonders Amazon und Microsoft, welche diese Cloud-Aufträge des US-Militärs übernahmen. Diane Green versuchte mit der Zusammenarbeit, ihnen diese Vorherrschaft streitig zu machen.


Protestwelle innerhalb Googles

Seit Februar kursierte innerhalb des Unternehmens eine Petition, welche dazu aufrief, die Zusammenarbeit mit dem Pentagon zu beenden. Bis Ende Mai sollen bis zu 4000 Mitarbeiter diese Petition unterschrieben haben, andere Quellen berichten von 4600 Unterschriften. In der Petition geht es darum, dass Google sich von der Entwicklung neuer tödlichen Waffen fernhalten und sich nicht an einer neuen Revolution der Kriegführung beteiligen sollte. Zu den Unterzeichnern gehören auch wichtige Persönlichkeiten: Da wären Elon Musk, der Tesla und SpaceX gründete, Mustafa Suleyman, Gründer des KI-Unternehmens Deepmind. Außerdem unterschrieben die Informatik-Professoren Yoshua Bengio, Stuart Russel und Jürgen Schmidhuber.


Neue Ethik-Richtlinien für KIs

Die Petition wurde von der Chefetage Googles wahrgenommen. Die Reaktionen der Mitarbeiter sollen fürchterlich gewesen sein, so Diane Green. Man würde die Bedenken der Mitarbeiter ernst nehmen und demnächst neue Ethik-Richtlinien für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz herausgeben. Nicht nur intern sollte diese Richtlinie auf Interesse treffen, auch Branchenbeobachter werden genau hinschauen. Dabei geht es um die Frage, was beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Zukunft erlaubt sein soll, was sie können darf und wo ihre Grenzen liegen.