KI - Forschung boomt

Die Technologie der künstlichen Intelligenz ist nach Ansicht vieler Experten das Zugpferd schlechthin für die digitale Entwicklung in den nächsten Jahren. Nicht umsonst haben die verschiedensten Länder das ehrgeizige Ziel ausgegeben, dass sie der Kern der neuen Entwicklung sein wollen - allen voran China und Deutschland. Die Patente in diesem Bereich nehmen spürbar zu. Weit vorne dabei sind Siemens und Bosch.

Seit den 1950er Jahren wurden 340.000 Patente im Bereich der künstlichen Intelligenz  angemeldet. Das teilt die Weltorganisation für Geistiges Eigentum , WiPo, mit. Dabei ist die größte Steigerung seit dem Beginn des neuen Jahrtausends und insbesondere in den letzten Jahren zu bemerken. Dominierend sind dabei bisher die Branchen der Luftfahrt und der Automobilbranche, in denen die künstliche Intelligenz bereits jetzt zu einer praktischen Anwendung gebracht wird und nicht selten zum Standard der heutigen Technik gehört. Dabei sind es die großen Unternehme aus China, den USA und Deutschland, in in den Top 20 der Anmeldungen einen wichtigen Rang haben. Während die amerikanischen Riesen Microsoft und IBM vor allem in der IT dominierend sind, gehören Samsung und Toshiba in anderen Bereichen zu den Marktführern. Die deutschen Firmen Siemens und Bosch sind als Vertrete aus Westeuropa in der Liste zu finden. Zuletzt waren es aber vor allem staatlich oder staatlich unterstützte Unternehmen aus China, die besonders viele Patente angemeldet haben.

Besonders deutlich wird die bisherige Kluft, wenn man einen Blick auf Patente wirft, die in der Forschung angemeldet werden. 17 der Institute und Organisationen, die in diesem Bereich neue Patente angemeldet haben, kommen aus China. In dene Top 500, sind es immer noch über 110 chinesische Unternehmen. Aus Westeuropa sind nur vier Organisationen zu finden, die in den vergangenen Jahren in der Forschung Patente angemeldet haben. Die Europäer mit den meisten Anmeldungen sind die Forscher vom deutschen Fraunhofer-Institut.

Die aktuellsten Daten liegen aus dem Jahr 2016 vor. Das liegt daran, dass Patentanmeldungen erst 18 Monate nach der Registrierung veröffentlicht werden. Obwohl der Trend eindeutig ist, darf man also damit rechnen, dass die pure Zahl der neuen Patente in den letzten zwei Jahren noch einmal deutlich zugenommen hat.

 

Viele Beschwerden gegen Anmeldungen aus dem asiatischen Raum

Die WiPo ist auch dafür zuständig, etwaige Beschwerden gegen neue Anmeldungen zu bearbeiten. Hier sind die deutschen Unternehmen besonders aktiv: Siemens, Daimler und Giesecke & Devrient haben am meisten Beanstandungen gegen neue Patente geäußert. Diese richteten sich nicht etwa gegen China, wie es das Klischee hergibt, sondern eher gegen Unternehmen aus dem südkoreanischen Raum. Viele der Fälle sind noch bis heute bei den Gerichten anhängig und entsprechend ist nicht ganz gesichert, gegen welche der Patente die deutschen Unternehmen Beschwerde eingelegt haben.